Licht

Der Verfolgerscheinwerfer: Besonderheiten im Einsatz

Verfolgerscheinwerfer gleichen im optischen Aufbau Profilscheinwerfern. Anstatt vor der Show einmal statisch ausgerichtet zu werden, müssen Verfolger jedoch dynamisch während der Show bewegt werden und ständig der neuen Spielsituation angepasst werden. Das bedeutet, dass ein Beleuchter diesen Scheinwerfer kontinuierlich bedient. 

Verfolger in Aktion
Den Künstler aus dem Szenenbild hervorheben – die klassische Aufgabe eines Verfolgers

Somit muss ein Verfolgerscheinwerfer im Vergleich zu einem Profilscheinwerfer Bedieneigenschaften aufweisen, die der Handhabung im Showablauf gerecht werden. Deshalb behandeln wir hier nicht mehr die optischen Grundlagen, da diese bereits von den Profilscheinwerfern hinlänglich bekannt sind, sondern nur noch die Besonderheiten gegenüber einem Profilscheinwerfer.

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Übersicht

Vom Profiler zum Verfolger
Abbildungsebene
Farben
Verdunkler
Ergonomie
Trussverfolger
Verfolger im Theater
Verfolger im Touring
Souper Trouper
Iris
Ausrichthilfe


Vom Profiler zum Verfolger

Man kann nicht oberflächlich damit argumentieren, dass ein Profilscheinwerfer breit abstrahlt, während ein Verfolger sehr eng abstrahlend ist. Profilscheinwerfer weisen auch Optiken mit bis zu 5° auf und sind damit enger bündelnd als manch ein Verfolger.

Um mit einen Profilscheinwerfer zu verfolgen bzw. ihn umzurüsten, sind folgende Bedienungselemente zu verändern:

Zunächst einmal der Zoom – soweit vorhanden. Natürlich kann man theoretisch mit einer Iris kann die gewünschte Lichtkreisgröße einstellen. Jedoch hat der Zoom gegenüber der Iris einen gewaltigen Vorteil. Je kleiner der Lichtkreis mit dem Zoom eingestellt wird, um so mehr Licht steht auf der beleuchteten Fläche zur Verfügung, während die Iris nur Licht abschneidet, das damit verloren ist.

Einen Zoomprofilscheinwerfer nur einhändig einzustellen ist meist nicht möglich. Der einzige Zoomprofilscheinwerfer mit einer Ein-Hand Zoomeinstellung ist der ETC-Source Four Zoom, der diese Mechanik jedoch hat patentieren lassen.

Umgebauter Profiler
Zum Verfolger umgebauter ETC Source Four (Bild: Herbert Bernstädt)

Bei den Verfolgern kann man den Zoom aber fast genauso verstellen wie bei den sonst üblichen Profilscheinwerfern – jedoch mit einer Änderung: Die Feststellschrauben sind zur Linsenposition handlicher ausgeführt und liegen zusätzlich beide auf der Bedienseite (rechts vom Scheinwerfer mit Lichtwurfrichtung auf die Bühne).

Hier können die Hersteller sicher noch etwas verbessern. Einzig bei den größeren Verfolgern werden die Drehknebel mit einem Schnell-Arretierungssystem versehen oder es werden mit der Zoomlinse beide Linsen gleichzeitig bewegt, während die Linse zum Scharfstellen alleine bewegt wird.

Profiler als Verfolger
Zum Verfolger erweiterter Profilscheinwerfer dank modularen Gehäuse.

Man kann jedoch einen Zoom nicht mit einer Hand verstellen, ohne dass der Lichtkreis seine Schärfe verändert. Dabei hat man das bei optischen Systemen von Movinglights schon besser gesehen: Hier sorgt eine mechanische Kopplung der Linsen zueinander dafür, dass trotz Öffnungswinkeländerung die Schärfe annähernd nachgezogen wird.

Verfolger auf Stativ
Im Vergleich dazu Verfolger als eigenständige Entwicklung. (Bild: Spotlight)

Dass aber auch Profilscheinwerfer mit einem festen Abstrahlwinkel zu einem Verfolger veredelt werden, zeigt Herrmann Sorger von Lighting Innovation. Er spendiert dem Tubus eine Mechanik, so dass der Verfolgerfahrer mit einem Hebel den Tubus verrücken und damit die Schärfe verstellen kann.

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Abbildungsebene

Für eine brauchbare Umrüstung zu einem Verfolger kann der Profilscheinwerfer in der Regel auf die Blendenschieberebene verzichten. Denn im dynamischen Betrieb müssten die Blendenschieber für jeden sichtbar ruckelfrei und weich fließend bewegt werden, was aber praktisch nicht handhabbar ist.

Nur Operator, die ihren Verfolger auch als Profiler zweckentfremden, vermissen oft die Blendenschieberebene. Denjenigen kann man nur noch mit einem abschneidenden Gobo bzw. einer Iris mit nur einer einzigen Lamelle, so wie das Blendenschiebergrundprinziep des ADB Warp, helfen.

Zum Abschieben wäre beim dynamischen Einsatz ein Stellhebel von Nöten. Einige Verfolgerhersteller haben dementsprechendes Zubehör entworfen oder bieten dies bereits standardmäßig in ihren Verfolgern an. Man spricht dabei von Horizont- oder Vertikalabschiebern.

Dabei werden die gegenüberliegenden Seiten gleichzeitig über den Stellhebel in den Strahlengang geschoben. Die horizontale Abschieber sind auch als Chopper oder Guillotine-Abschieber bekannt. Vom FOH aus sind diese Tools nützlich, aber bei jeder schrägen Positionierung kann man nicht mehr erwarten, dass der Orchestergraben bzw. die Bühnenkante entsprechend der Verzeichnung schräg abgeschoben werden kann.

Follow-Bedienungselemente
Die horizontalen und vertikalen Abschieber gleichzeitig eingesetzt bilden ein Viereck.

Zur Abbildungebene gehört natürlich auch eine Goboebene. Der Einsatz von Gobos findet bei Verfolgern meist nur im Event-Architainment statt, wenn es gilt über große Entfernungen Gebäude zu illuminieren bzw. mit Texturen zu überzeichnen.

Aber auch im Eventbereich kann man den Verfolger noch als Goboprojektor nutzen, um ein Firmenlogo schnell zu platzieren, oder das „Pausen“-Gobo auf den Vorhang zu werfen. Immerhin benötigt man dann keinen separaten Scheinwerfer, der nur diese eine Aufgabe zu erfüllen hat.

Auch hier gelten die gleichen Qualitätskriterien zur Abbildung von Gobos, wie sie auch für die Profilscheinwerfer beschrieben wurden. Zuletzt findet man in der Abbildungsebene noch die Iris. Weiteres über die Iris behandeln wir weiter unten im Kapitel Ausrichthilfe.

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Farben

Statt wie bei einem Profilscheinwerfer eine Farbfolie in die Farbfolienkasette einzuführen, ist der Verfolgerscheinwerfer mit ca. sechs Farbfolienrahmen bestückt, die über eine Mechanik mit einem Finger in den Strahlengang hineingefahren werden können.

Dabei unterscheidet man zwischen dem Boomerang System und dem Push Pull System. Beim Boomerang System werden mit dem Einführen einer Farbe gleichzeitig alle Farben, die bereits im Strahlengang sind, mit Hilfe der Schwerkraft aus dem Strahlengang genommen.

Farbwechselmagazin Boomerang
Boomerang Farbwechsler (Bild: Robert Juliat)

Das hat den Vorteil, dass mit dem Betätigen der gewünschten Farbe die bisherige Farbe automatisch aus dem Strahlengang verschwindet. Der Nachteil dieser Technik ist, das das Herausfallen der Farbe meist nicht gedämpft geschieht, sodass der Verfolger durch das Anschlagen des geführten Farbfolienhalters ruckelt, was bei offenen Beam auch auf der Bühne deutlich zu sehen ist.

Nur bei sehr großen Verfolgern mit genügend eigener Masse wird das Verhältnis besser. Ein weiterer Nachteil findet sich bei Verfolgern, die „über Kopf“ arbeiten müssen, also den typischen Trussverfolgern, die sehr steil herunter leuchten müssen ist. Hier greift die Schwerkraft zum Ziehen der Farbfolienmechanik in einem so schlechten Winkel ang, dass diese Kraft nicht mehr ausreicht um die bisherige Farbe auszulösen.

Farbwechselmagazin Push-Pull
Push Pull Farbwechsler (Bild: Robert Juliat)

Aus diesem Grund verwendet man dann einen Push Pull-Farbwechsler. Dieser arbeitet unabhängig von der Schwerkraft, indem die Farbe zur Seite hinaus bzw. hinein in dem Strahlengang gefahren wird. Dabei muss man jedoch die bisherige Farbe mit einer zweiten Betätigung aus dem Strahlengang herausfahren. Mit diesem Farbwechslersystem kann man jedoch wesentlich ruckelfreier arbeiten.

Eine weitere Variation zum Farbwechsel von Verfolgerscheinwerfern sind Rollenfarbwechsler. Diese verursachen kaum Erschütterungen und ermöglichen eine Großzahl weiterer Farben. Mit der Möglichkeit, Rollenfarbwechsler über DMX-512 vom Pult aus fernzusteuern ist es nicht verwunderlich, dass diese Lösung sehr oft bei Musicals angewendet wird.

Jedoch wird beim Rollenfarbwechsler oftmals die Möglichkeit vermisst, das man direkt am Verfolger die richtige Farbe anwählen kann. Mit Kleinst-DMX-Pulten wird der Kreis meist mit einem Schieberegler verändert, was bei einem Rollenfarbwechsler und der Anforderung beim Verfolger für eine Vollfarbe sehr schwer zu handhaben ist.

So gibt es Firmen, die dieses Manko entdeckt haben und DMX-Farbwechsel-Boxen anbieten, bei der man die entsprechende Farbe auf Knopfdruck anwählt und die Box den entsprechenden DMX-Wert für den Rollenfarbwechsler ausgibt. Dabei denkt man nicht nur an Verfolgerscheinwerfer, sondern auch an Mehrzweckhallen mit weitgehend wenig in Lichttechnik ausgebildeten Mitarbeitern bzw. Laien.

Denen kann man zwar erklären, dass ein Druck auf diesen Knopf ein Farbwechsel bewirkt, aber man kann nur schwer verlangen, ein Lichtstellpult über den Abend hinweg problemfrei zu bedienen – mit all den Möglichkeiten sich zu verrennen.

Bis vor kurzen waren kontinuierliche Farbverläufe, wie man sie von Movinglights mit ihrer CMY oder den LEDs mit ihrer RGB Farbmischung kennt, mit Verfolgern nicht standardmäßig realisierbar. Jedoch hat vor kurzen eine subtraktiv kontinuierliche wirkende Farbmischung beim Verfolger Einzug erhalten.

Mittels Farbfolien, die in vier Folienträgern eingebracht werden, ist es möglich, diese Farbe wie bei einer sehr großen Iris mit eben den vier Farbfolien tragenden Lamellen in den Strahlengang hineinzufahren. Ordnet man nun mehrere Module hintereinander an, so kann man nun jede beliebige Farbe mischen.

Farbwechselmodul Lancelot
Folienwechselmodul für stufenlose Sättigung.

Dabei übertrifft dieses System die Farbmöglichkeiten von den bekannten CMY-Farbmischungen von Movinglichts erheblich, da man selber jede beliebige Farbefolie in ein Modul einsetzen kann.

Dazu hat man noch die Möglichkeit bis zu sechs Folienmodule bzw. Farben hintereinander zu setzen und damit zu mischen. Somit bleibt der Farbgestaltung kein Wunsch mehr offen.

FArbwechselmodule im Verfolger
Mehrere Folienwechselmodule hintereinander im Verfolger eingesetzt (Bild: Herbert Bernstädt)

Natürlich könnte man ein Modul auch als CTO oder CTB ausstatten oder mit einem Frost bestücken. Da dann die Positionierung mit der Hand bei einer stufenlosen Positionierung überfordert ist, gibt es diese Module auch DMX-512 gesteuert.

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Verdunkler

Der Verdunkler hat die Aufgabe den Verfolger einzudimmen. Leider werden hier oft Begrifflichkeiten durcheinander gebracht, deshalb hier die alt hergebrachte Bezeichnung Verdunkler. Eines der Bezeichnungs-Verwirrspiele rührt auch daher, dass das Dimmen, wie auch die Funktion der Iris, von ein und dem selben Bauelement realisiert werden kann.

So gibt es einen Verfolger auf dem Markt, bei dem die gleiche Einheit je nach Anordnung im Strahlengang einmal die Funktion als Dimmer oder mal als Iris wahrnimmt. Ist die blendenförmige Lammellenanordnung in der Abblidungsebene der Linsentubusoptik, so ist es eine Iris.

Verfolger-Dimmer
Mechanischer Verdunkler

Wird diese „Blende“ dagegen weiter hinter in der Abbildungsebene der Kondensoroptik – der Optik des Lampenhauses – angeordnet, dann wird gedimmt.

Möchte man wissen, ob das Leuchtmittel gut justiert ist, dann kann man den Dimmer und die Iris schließen. Öffnet man die Iris nur einen Hauch, arbeitet Sie für unsere Zwecke wie eine Blende beim Fotoapparat: Sie lässt nur wenig Licht hindurch, um eine Abbildung des Leuchtmittels über die Kondensorlinse auf die Dimmereinheit zu werfen.

Jedoch sollte man beachten, dass oft die Dimmereinheiten mit ihren Lamellen nicht so gut auf die Mitte justiert sind. Deshalb ist eine Pappschablone, die die Mitte anzeigt, vorteilhaft.

Ein mechanischer Verdunkler ist Standard bei allen Typen von Entladungslampen. Man findet jedoch auch bei Halogenlichtverfolgern mechanische Verdunkler.

Man könnte meinen, dass diese mit einem einfachen Dimmerkreis oder 1 Kanal-Dimmer doch viel energiesparender seien. Jedoch werden solcher Verfolger gerne für Film bzw. Fernsehaufzeichnungen verwendet. Dort möchte man keine Farbtemperaturänderungen durch das Dimmen erhalten. Denn wenn der Künstler sich auf den Verfolger zubewegt, kann man den Verfolger mechanisch dimmen, ohne dass der Akteur rötlicher wird.

Blick auf Dimmer
Blick in den Tubus bei geschlossenen mechanischen Verdunkler

Es ist für die Entwickler eine Herausforderung einen guten homogenen Dimmer zu entwerfen. In der Regel haben sich vier bis sechs Lammellen bewehrt. Durch die Temperaturbelastung verwerfen sich diese Abschattungsbleche – weshalb ein Dimmer auch als Shutter bezeichnet wird, der jedoch nichts mit dem Stroboskop-Shuttern von Movinglights zu tun hat – und können sich bei sehr enger Anordnung gegenseitig blockieren.

Lässt man allerdings zu viel Platz zwischen den Abschattungsblechen, dann können zu viel Lichtreflexionen nach außen dringen, wodurch Störlicht ausfallen kann. Oft werden die Dimmer bei Verfolgern auch mit der Option DMX-512 Steuerbar angeboten.

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Ergonomie

Bei einem Verfolgereinsatz, der sich über Stunden Hinzieht, muss man vor allem die Ergonomie zu beachten. Im Gegensatz zu Lichtstellwerkern stehen die Verfolgeroperatoren neben dem Scheinwerfer, müssen ständig eine ruhige Hand minimal bewegen und sind zudem noch von der Wärmestrahlung des Scheinwerfers belastet. Derweil drückt der Pult-Operator hin und wieder einen Knopf drückt, während er sich auf seinen Sessel hin und her pfletzen kann. Somit ist Verfolgerfahren bei ergonomisch schlecht gestalteten Arbeitsgeräten sehr ermüdend.

Weiter verstehen wir hier unter Ergonomie, dass man mehrere Funktionen als einzelne Person gleichzeitig bedienen kann, um komplexere Anforderungen vom Lightdesigner auch ausführen zu können.

Idealerweise kann man den Dimmer bedienen und gleichzeitig mit derselben Hand den Verfolger ausrichten. Denn es ist oft der Fall, dass der Schauspieler über die Bühne läuft und dabei abgedunkelt werden soll.

Fällt dem Lightdesigner noch ein, dass dabei der Lichtkreis kleiner werden soll, so muss der Verfolgerfahrer die Iris bedienen, den Dimmer bewegen und noch mit ruhiger Hand den Künstler verfolgen. Das geht nur, wenn mindestens ein Bedienelement so gelegen ist, das man gleichzeitig den Scheinwerfer ausrichten kann.

Bedienelemente
Geballte seitliche Anordnung der Bedienelemente, Farbwechsler, Dimmer, Linse und Haltegriff. (Bild: Lightpower)

Somit wäre es optimal, wenn alle Bedienelemente an einer Seite nah beieinander liegen, damit sich der Verfolgerfahrer zum Farbwechsel nicht ganz nach vorne strecken und dann wieder zurück beugen muss, um die Iris zu erreichen. Bei großen Verfolgern ist das schon eine Strecke, die man mit einfachem Ausstrecken der Hand nicht mehr erreicht und somit sein Körperschwerpunkt verlagert, was einmal ergonomisch gut ist – immerhin eine abwechselnde Bewegung. Aber es sorgt nicht für eine gleichmäßige Führung des Lichtes auf der Bühne.

Damit man nach drei Stunden Verfolgen keinen langen Arm bekommt, ist es gut, wenn der Verfolger richtig ausbalanciert ist. Dazu findet man in der Regel auf der Rückseite eine Haltevorrichtung, an der man etwas Metall wie Coupler, oder Sandssäcken mit einem Seil befestigen kann.

Größere Geräte, die auf sehr große Distanzen eingesetzt werden, müssen nur sehr wenig in der Vertikalen bewegt werden. Deshalb weisen solche Geräte auch schon mal einen Gewichts-Ausgleichschlitten auf, der dann das feine Austrimmen des Projektors erlaubt.

Für die horizontale Bewegung muss der Verfolger ebenfalls sehr leichtgängig sein, jedoch aber nicht von selbst in eine bestimmte Ausgangsposition zurückdriften. Dabei werden gerne kugelgelagerte Stative oder Stativaufnahmen wie ein Rollerrace eingesetzt. Dass das Stativ äußerst standsicher sein muss versteht sich dabei von selbst.

Es hat sich aber gezeigt, dass wenn der Stativfuß als rechteckige oder Runde Plattform ausgebildet ist und der Verfolgerfahrer gerne neben sein Gerät steht, dass er mit einem Dreibeinstativ mehr Fußbewegungsfreiheit hat als mit den Flächen abdeckenden Basisstativen.

Griff für Verfolger
Umlaufender Bügel mit rechts erkennbaren Knebel für den Gewichtsausgleichschlitten (Bild: Herbert Bernstädt)

Ebenfalls gerne gesehen ist eine umlaufende Bedienstange, so dass man  die Führung des Scheinwerfers abwechslungsreich handhaben kann. Aber auch zum Ein- und Auspacken des Gerätes ist die umlaufende Bedienstange ein Segen, erlaubt sie doch das einfache Anpacken des Verfolgers mit vier Personen.

Ein großer Feind des Verfolgerfahrers ist die Hitzeausstrahlung seines Arbeitsgerätes. Das Lampengehäuse strahlt an sich schon sehr viel Wärme ab und zusätzlich steigt diese Wärme konvektionsmäßig nach oben.

Im ersten Fall bedeutet dies, dass sich einige Verfolgerfahrer für ein entspannteres Arbeiten ein Hitzeschutzblech an das Lampengehäuse montieren. Dieses Blech fängt die direkte Wärme Strahlung ab und wird durch Konfektionskühlung soweit heruntergekühlt, dass es selbst weniger Wärme ausstrahlt. Auch hier vermisst man ein wenig die Innovationkraft der Verfolgerentwickler, die solche Vorrichtungen nicht als Standard anbieten.

Hitzeschutzschild
Selbst angebrachtes Hitzeschutzblech schützt Verfolgerfahrer vor übermäßiger Wärmestrahlung (Bild: Herbert Bernstädt)

Auch ist es unerklärlich warum viele Verfolger ihre Bedienelemente oben in der Mitte des Tubus anbringen. Denn damit ist der Verfolgerfahrer gezwungen, immer über die wärmeabstrahlende Oberseite des Gehäuses zu fassen. Besser wäre die Bedienung von der Seite, wobei dann auch die Hand nicht so hoch gehoben werden muss.

Denn es soll gemeine Lightdesigner geben, die eine ganz langsame Veränderung wünschen, und da kann so mancher Arm einem sehr schwer und gegrillt vorkommen, wenn man oberhalb des Tubuses den Hebel langsam verstellen muss.

Zugegeben, mit der Bedienung an der Oberseite hat man wenigstens die Möglichkeit, das Gerät zu bedienen, wenn man auf der anderen Seite des Gerätes steht. Leider gibt es Positionen von Verfolgern wie z.B. die linke Loge, bei der man besser links neben dem Gerät steht. So gibt es auch Geräte die linksbedienbar sind. Leider werden solche Geräte immer weniger angeboten.

Verfolger auf Galarie
Verfolger auf „stage right“ Seite. Die Bedienung wäre angenehmer von der anderen Seite (Bild: Hebrert Bernstädt)

Eine Lösung dazu wäre entweder, dass die Bedienelemente über eine Mechanik auf beiden Seiten verfügbar, oder aber über DMX-512 steuerbar sind. Andere behelfen sich, indem Sie den Lampenkopf und die Farbwechseleinheit abschrauben und diese um 180° verdreht wieder aufschrauben. Dann wird der gesamte Scheinwerfer um 180° verdreht und siehe da, die Bedienelemente befinden sich nun auf der linken Seite. Jedoch macht dort oftmals die Mechanik einen Strich durch die Rechnung, da z. B. einzufahrende Zusatzfilter auf dem Kopf nach unten hängen und somit nicht mehr variabel einsetzbar sind.

Bleibt noch die Lösung der Ansteuerung über DMX-512, die aber weitere Fragen aufwirft: Wird alles nur noch über die Lichtkonsole gesteuert? Kann der Verfolgerfahrer nicht mehr korrigierenderweise die Intensität ändern? Ist es möglich, Verfolger selbst parallel zu steuern? Ist diese Möglichkeit der parallelen Steuerung mechanisch, elektrisch und hat sein Wert Vorrang, oder gilt stumpf HTP?

Auch hier gibt es Lösungen, z.B. indem am Pult neben dem Dimmerkanal für den Verfolger ein Masterkanal angelegt wird. Damit kann man vom Pult aus ein plötzliches Black out erzwingen. Jetzt kann der Verfolgerfahrer an seinem Verfolger die Helligkeit aufdrehen um z.B. mit dem engen Irisstrahl sein Auftreffpunkt zu bestimmen, oder eben zwischen den vorgegebenen Werten des Pultes die Helligkeit korrigieren.

Die DMX-512 Fernsteuerbarkeit bietet noch weitere Vorteile, z.B. die Wahl der richtigen Farbe vom Pult aus bei Verwendung von Rollenwechslern. Es gibt dann kein Vergreifen an der Farbe mehr, sondern höchstens noch ein Versagen des Rollenwechslers.

Aber auch beim Einsatz von mehreren Verfolgern und dem plötzlichen Black out bietet die Fernsteuerbarkeit mittels DMX den Vorteil, dass nicht die Verfolger hintereinander ein absterbendes Lauflicht signalisieren, weil die Reaktionszeit auf das „Go“ des Showcallers je nach Operator und durchzechter Nacht sehr unterschiedlich ausfallen kann.

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Trussverfolger

Der Trussverfolger bzw. ein Verfolgen über Kopf bringt einige weitere Überlegungen mit sich. Wie wir bereits im Kapitel Farbe lesen konnten, ist die Farbwechseleinheit als Push Pull ausgelegt, wenn kein Rollenfarbwechsler davor gebaut wurde.

Trussfollow in Aktion
Absicherung des Trussverfolgerfahrerin mittels Gurtzeug und Seilzug. (Bild: Robert Juliat)

Damit der Verfolger auch richtig steil nach unten gerichtet werden kann, werden hier in der Regel gekröpfte Bügel eingesetzt, die ein Leuchten senkrecht nach unten hin erlauben. Diese Steile Ausrichtung findet im Theater bequem von der Arbeitsgalerie aus statt, jedoch ist diese Position bei einem Konzert oberhalb der Bühne.

Dazu werden meist Rekarostühle in eine Traversenaufnahme eingefügt und diese Konstruktion geflogen. Der Verfolgerfahrer klettert über eine Strickleiter mit seiner Wasserflasche nach oben und wartet bis die Show beginnt.

Followspot im Set
Trussverfolger im Set, deutlich zu erkennen: Der gekröpfte Bügel. (Bild: Herbert Bernstädt)

Hier sind gute, fallsichere Ablagemöglichkeiten für die Strickleiter und die Flasche unabdingbar. Bei den meisten Trussverfolgern ist der Verfolger seitlich neben dem Verfolgerfahrer angebracht. Gerade er benötigt eine sehr kompakte Anordnung der Bedienelemente.

Eine sehr willkommene Arbeitserleichterung stellte die Einführung des Clay Paky Shadow Verfolger dar, bei der die Bedienung über ein Bedientableau hinter dem Scheinwerfer erfolgte. Damit konnte der Scheinwerfer zentrisch platziert werden, was eine bessere Balance am Sitz bedeutete und der Verfolgerfahrer hatte seine Bedienknöpfe direkt vor sich.

Bedienpanel Followspot
Volle Bedienung des Verfolgers über das hintere Bedientableau. (Bild: Clay Paky)

Nebenbei war die Wärmebelastung über durch den Scheinwerfer fast null. Bei dem Clay Paky Shadow handelte es sich um einen Scanner ohne Spiegelkopf, der die Steuerungssignale über das Bedientableau erhielt und je nach Ausführung auch über DMX 512 gesteuert werden konnte.

Bei einer Positionierung des Verfolgerstuhles oberhalb der Bühne, der nur mit Strickleiter zu erreichen ist, lässt den umsichtigen Bühnenmeister auch „Was wäre wenn“-Szenarien durchspielen. Angenommen, der Verfolgerfahrer hat sich eine Lebensmittelvergiftung zugezogen und ist ohnmächtig geworden. Besteht nun die Möglichkeit an diese Position zu gelangen, wenn der Kollege nicht mehr in der Lage ist die Strickleiter herunter zu werfen? Hier sind grundsätzliche Überlegungen gefragt und es werden verschiedene Ansatzpunkte diskutiert – insbesondere was ein sicherer Trussverfolgerstand ist.

Sind die Platzverhältnisse sehr beengt, und benötigt man den Verfolger nur zum unmerklichen Aufhellen der bewegenden Akteure, so wird gerne auch ein Licht verwendet das keinen scharfen Rand aufweist, sondern weich ausläuft. In diesem Fall kann man auch mal einen Niedervoltscheinwerfer verwenden, der mit seinen engen Lichtstrahl starke spitzen setzen kann und bei guter Lagerung hervorragen als Aufhellverfolger dient.

Parabolspiegelscheinwerfer
Aufhellverfolger bei sehr beengten Platzverhältnissen

Nachdem bereits Scanner ohne Spiegelvorsatz als Verfolger umfunktioniert wurden oder Niedervolt Scheinwerfer zum Verfolgen eingesetzt werden, so ist es auch denkbar, kopfbewegte Scheinwerfer einzusetzen.

Natürlich weiß jeder, dass man mit einem Joystick nicht ein Movinglight wie ein Verfolger bewegen kann. Jedoch gibt es eine pfiffige Apparatur, die ein Verfolgerfahrer bedient wie ein Verfolger, jedoch ohne Scheinwerfer, sondern nur über einen Bügel, der die ähnliche Form eines Motorradlenkers hat.

Followspot Fernsteuersystem
Bewegungsumsetzung für Movinglights zwecks Verfolgerfunktionsübernahme (Bild: Herbert Bernstädt)

Dabei wird die Verfolgerbewegung am Lenker ausgeführt während die Bewegung über Sensoren zu DMX 512-Werten konvertiert werden, welche dann ein Movinglight steuern können. Das dabei eine Anpassung von Bedienhebel zum Movinglight erfolgen muss, ist bei Betrachtung von Auflösung PAN Bedienstange und PAN Movinglight leicht nachvollziebar.

Die Methode hat den Vorteil, dass das Movinglight zwar über der Bühne hängt, aber der Operator selbst auf der Bühne stehen kann. Befindet sich der Operator in der gleichen Flucht wie das Movinglight, so ist das Ausrichten der horizontalen Bewegung als eins zu eins empfindbar. Die vertikale Bewegung ist dabei auch recht gut umzusetzen.

Somit ist man in der Lage, diese ungewünschten Arbeitsplätze oberhalb der Bühne zu ersetzen. Diese Mechanik ist aber auch geeignet, um bei Verfolgerpositionen im Theater in sehr beengten Logen dem Verfolgerfahrer genügend Raum zu bieten, da der bewegte Scheinwerfer selber woanders platziert werden kann.

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Verfolger im Theater

Werden Verfolger im Theater eingesetzt, so werden oft andere Anforderungen an das Arbeitsgerät gestellt, wie z.B. im Tourbereich. So spielt im Theater – wie auch bei Oper, Schauspiel, Sprechtheater oder Ballett – die Lautstärke von Verfolgerscheinwerfer eine sehr gewichtige Rolle.

Oftmals sitzen diese Verfolger in unmittelbarer Nähe zum Zuschauer, und gerade beim Sprechtheater ohne Verstärkung der Stimme ist ein kontinuierliches Lüftergeräusch dem Kunstgenuss sehr abträglich.

Deshalb müssen Verfolger, die im Theater eingesetzt werden sollen, extrem geräuscharme Kühlsysteme aufweisen. Aber auch ein weiterer Trend ist zu beachten.

Waren früher elektronische Vorschaltgeräte exorbitant teuer gegenüber elektromagnetischen Vorschaltgeräten, so hat sich der Preisunterschied sehr angeglichen.

Es kommen heute Verfolger auf dem Markt, die auch aufgrund des Leuchtmittels nur noch mit elektronischen Vorschaltgeräten erhältlich sind. Aufgrund der konstanten Betriebsparameter hat das elektronische Vorschaltgerät durchaus seine Berechtigung, aber aufgrund der Flankensteilheit wird oft ein hohes Zirpen vom Leuchtmittel aus emittiert. Außerdem kann die in Reihe liegende Zündeinheit mehr Geräusche produzieren, was in einem Theater sehr störend sein kann.

Hier kann man sich an den Kollegen der Studiotechnik orientieren, die ihre Entladungslampen für Film und Fernsehn bereits mit Low Noise Funktionen ausrüsten

Im Theater wird ein zentraler Verfolger auch schon mal in die Lichtregie verbannt. Das ist zwar für den Zuschauer besser, weil weniger Geräusche vom Verfolger zu ihm dringen, aber für die Kollegen in der Lichtregie kann es sehr unangenehm werden.

Denn je nach Leuchtmittel wird beim Betrieb auch Ozon freigesetzt, was in sich in großen Räumlichkeiten zwar gut verteilt, aber in einer kleinen Lichtregie doch zu größeren Konzentrationen führen kann. So sollte bei Verfolgerkabinen eine gute Entlüftung oder ein Abzug vorgesehen sein, lange bevor sich die Angestellten über Kopfschmerzen oder ähnliches beklagen.

Eine der grundsätzlichen Vorgaben im Theater ist vor allem die Baugröße der Verfolgerscheinwerfer. Gerade die Traditionstheater wurden zu Zeiten gebaut, als noch keine Verfolgeranwendung im Theater standfand.

Funktionen am Verfolger
Nicht alltäglicher Umbau zum „optimalen“ Verfolger
1) Gewichtsausgleichschlitten 2) Hitzschutzblech 3) Ausrichthilfe Telrad 4) Skala für die Irisgröße 5) Austausch von Aluminiumreflektor zum Glasreflektor 6) Versetzen der Bügelposition 7) Dimmereinheit von Hagenbach und Grill
(Bild: Herbert Bernstädt)

Dementsprechend sind keine Positionen für Verfolger vorgesehen und es werden Logen oder Ecken in den Rängen zur Positionierung der Verfolger umfunktioniert. Hier kämpft man wirklich um 5 cm, die man am Farbwechselsystem einsparen könnte. Auch hier haben gerade die Verfolgerfahrer in den rechten Logen den Wunsch nach von links bedienbaren Verfolgern.

Auch werden die Vorschaltgeräte oftmals getrennt vom Verfolger selbst platziert. So ergibt sich der Wunsch, dass bei möglicher DMX-Fernsteuerbarkeit nicht nur der Dimmer oder ein Frost in den Strahlengang mittels DMX 512 gefahren werden kann, sondern auch das Leuchtmittel gezündet oder gelöscht werden kann –  so wie man es von hochwertigen Movinglights auch kennt.

Auch die Anforderung an das Dimmverhalten wird an einem erhöhten Theaterniveau gemessen. So gibt es z.B. DMX-steuerbare mechanische Dimmer, die von einem Drittanbieter wie z.B. Licht-Technik (Hagenbach und Grill) zur Nachrüstung angeboten werden und ein noch homogeneres Dimmen versprechen.

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Verfolger im Touring

Im Touring bzw. im Verleih spielt die Geräuschkulisse eines Verfolgers meist keine Rolle. Auch ist die Baugröße meist völlig ohne Bedeutung, vorausgesetzt man kann das Gerät gut greifen, um es mal eine steile Treppe hoch zu tragen.

Verfolger während der Probe
Funktionskontrolle vor der Show. Deutlich zu erkennen: Der Vorteil von seitlich konzentriert angeordneten Bedienelementen (Bild: Herbert Bernstädt)

Dagegen spielt hier das Leuchtmittel eine größere Rolle. Es wird vom Verfolger viel Licht verlangt. Sehr viel Licht. So finden dementsprechend kaum mit Halogenlampen bestückte Verfolger Einsatz, sondern hauptsächlich Entladungslampen.

Bei der Arbeit
Verfolgerfahrer im Job (Bild: Herbert Bernstädt)

Aus der Gruppe der Entladungslampe sind auch Verfolger auf dem Markt, die Xenon-Leuchtmittel verwenden. Bei all den Vorteilen die ein Xenonleuchtmittel aufweist, ist es für den Tourbetrieb immer nur mit vermehrtem Aufwand zu handhaben.

Vierstöckige Verfolgerplattform
Verfolger „Nest“ bei Stadion Anwendung

Denn aufgrund des hohen Innendrucks des Leuchtmittels auch im kalten Zustand, wird empfohlen, das zweiseitig gesockelte Leuchtmittel zum Transport aus dem Scheinwerfer zu entnehmen und separat zu transportieren.

Die Handhabung des Leuchtmittel muss jedoch unter Anlegen von Schutzweste, Handschuhen und Schutzvisier erfolgen.

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Super Trouper

Verfolger "Super Trouper"
Super Trouper mit Kohlebogenbrenner (Bild: Herbert Bernstädt)

Mit dem Abbasong „Super Trouper“ wurde ein Verfolgerscheinwerfer unsterblich. Bei diesem frühen Verfolger wurde das Licht mittel Lichtbogen zwischen zwei Kohlestiften erzeugt. Hier musste der Verfolgerfahrer auch den Abbrand der Kohleelkektroden im Auge behalten, deshalb das Sichtfenster mit dem Schweißerglas das die Betrachtung in die Brennkammer erlaubt, und gegebenenfalls den Vortrieb nachstellen.

Brennkammer Souper Trouper Verfolger
Supertrouper mit offener Brennkammer für Kohlestifte (Bild: Herbert Bernstädt)

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Iris

Jeder Verfolgerfahrer kennt das Problem. Blackout, die Künstler stellen sich in neuer Formation auf die Bühne und mit dem „Go“ soll der Künstler im vollen Verfolgerlicht stehen.

Erfolgt diese Anweisung in einem Theaterspielbetrieb oder ähnlichen Veranstaltungen mit disziplinierten Künstlern, die ihre Position gemäß der Markierung einnehmen, sowie bei vollständigem Black oder auch geschlossenen Vorhang, dann behilft man sich mit dem Ausrichten des Verfolgers, indem man einen kleinen Taschenlaser an den Tubus des Verfolgers klebt.

Dieser Laser leuchtet aber nicht auf die Bühne – was ja zu sehen wäre – sondern auf den Boden der Lichtregie bzw. dem Verfolgerstand. Auf dem Boden ist eine Pappe ausgelegt und genau positioniert. Auf dieser Pappe befinden sich Markierungen, die der Verfolgerfahrer in den Proben angelegt hat.

Richtet er nun den Verfolger bzw. den Laserstrahl auf die Markierung „4 – Walküre 2. Akt dritter Vorhang“, dann ist der Verfolger auch genau auf die Position der Walküre auf der Bühne gerichtet: Dimmer auf und die Walküre steht im Licht. Jedoch funktioniert diese Methode nur bei festen Positionen.

Iris
Eine übliche Iris erlaubt keinen Black out, sondern bleibt in der kleinsten Stellung geöffnet. (Bild: Herbert Bernstädt)

Im Rock ‘n’ Roll jedoch hält sich kaum ein Künstler an feste Positionen. Hier behilft man sich oft, indem man die Iris so klein macht, das nur ein sehr dünner feinen Lichtstrahl auf die Bühne fällt, der den gebannten Zuschauer nicht weiter auffällt, dem Verfolgerfahrer jedoch anzeigt, wohin er leuchtet. Ist der Künstler eingefangen, so wird dann die Iris aufgefahren.

Für diese Methode ist es aber notwendig, dass die Iris des Verfolgers eine so feine Öffnung des Lichtstrahlers überhaupt erlaubt. Die meisten Iriden von Verfolgern bleiben ein wenig geöffnet und erlauben keinen Black-Out. Die gesamte Lichtenergie fällt dann auf die feinen Lammellen der Iris und erwärmt das Material bis zum Glühen – je nachdem, in welcher Leistungsklasse man arbeitet und wie ungünstig die Anordnung der Iris in der Abbildungsebene im Bezug zur Lampenhausoptik steht.

Somit ist die Iris ein verschleißbehaftetes Bauelement in einem Verfolger, das durch die diffizile Mechanik sehr empfindlich auf Verwerfungen der Lamellen reagiert. Solide Verfolger führen dementsprechend die Iris als Schnell-Wechselmodul aus.

Iris-Kassette
100% schließende Iris mit Hitzeschutzschildern in Schnellwechselkassette. (Bild: Lightpower)

Damit eine Iris auch einem Black-Out über eine längere Zeit standhält, gibt es 100% vollständig schließende Iriden, die zum Schutz vor der Wärmebelastung der Lamellen, massive Hitzeschilder in den Strahlengang fahren. Somit kann ein langer Blackout gehalten werden, ohne das anschließend die Iris klemmt. Mit solch einer Iris kann man natürlich auch einen sehr feinen Lichtpunkt zur Orientierung auf die Bühnen werfen.

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Ausrichthilfe „Telrad“ am Verfolger

Erlaubt der Lichtdesigner jedoch nicht, das kleine Lichtpunkte über die Bühne huschen, um den Künstler aufzunehmen, gibt es natürlich auch das altbewährte Kimme und Korn System. Anstatt Kimme und Korn kann man aber auch modernere Hilfsmittel wie z.B. ein Head Up Display verwenden.

Positionierhilfe Telrad
Blick in HUD vom Telrad

Dabei wird ein Fadenkreuz auf ein Glas projiziert. Man kann nun durch das Glas die Bühne bzw. den Künstler erspähen und sieht gleichzeitig das Fadenkreuz, ohne dass das Sichtfeld irgendwie abgeschattet wird.

Blick durch Telrad
Vergrößerter Blick durch das Fadenkreuz der Ausrichthilfe Telrad

Als Kimme und Korn Ersatz in Ausführung als HUD hat sich bei vielen Verfolgerfahrern der Telrad durchgesetzt. Der Telrad ist als Aufsuchhilfe für die Astronomie bei Fernrohren entwickelt worden, ist aber für unsere Zwecke Ideal. Weitere Informationen zum Telrad findet man unter http://www.teleskop-service.de/Selbstbau/Sucher/Telrad/Telrad.htm.

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