Licht

Lichtzubehör

Lightlock gegen das Schwingen von Moving Heads

Werden Moving Lights mit Stahlseilen abgehängt, kennt jeder das Problem, dass bei Bewegungen des Moving Lights der Scheinwerfer an der Aufhängung anfängt zu schwingen. Lightlock löst das Problem.

 

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Inhaltsverzeichnis:

Schwingsituation
Kreisel hält dagegen
Flexibilität


In der Regel werden Moving Lights an einer Traversenkonstruktion angeschlagen, die als Groundsupport oder als größeres Rigg geflogen wird. Dabei ist die Traversenkonstruktion so lagestabil, dass Rotationsbeschleunigungen, wie sie bei Pan und Tilt von einem Moving Light erzeugt werden keinerlei Auswirkung zeigen.

Scheinwerfer unter einem Lightlock System
Dynamisches Schwungmassensystem zur Bewegungsberuhigung von bewegten Licht

Wird dagegen eine Traverse oder Laststange nur mit zwei Seilen abgehängt, dann reichen die entstehenden Reaktionskräfte aus, die insbesondere von der Pan-Bewegung erzeugt werden, um die Laststange oder Traverse aus ihrer Ruheposition zu bringen. Scheinwerfer, die nun ausgerichtet auf eine Position leuchten sollen, schwingen dann mit ihrem Lichtkegel durch das Bühnenbild, bis sich die Tragkonstruktion wieder ausgependelt hat.

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Schwingsituation

Die Situationen, in denen man mit nur in Reihe hängenden Tragmitteln ein Moving Light oder mehrere an einer Laststange oder Traverse befestigt, findet man öfter in Theatern und deren Prospektträgern, die kurzerhand als Moving Light-Träger genutzt werden.

Aber auch in einem Fernsehstudio findet man oft Pantographen, die konstruktiv nicht gegen Verdrehen gesichert sind.

Und natürlich die Situation auf der Rock- oder Musicalbühne, wo der Set- und/oder Lichtdesigner einzelne Moving Lights „fliegen“ sehen will und diese nicht starr an einer Traversenkonstruktion hängen sollen.

Bisher wurde sich so beholfen, dass man die Moving Lights nur sehr langsam zur Zielposition bewegte, um den Schaukeleffekt zu vermeiden. So blieben die Auslenkkräfte genügend klein, damit kein erkennbares Schwingen verursacht wurde.

Hatte man mehrere Moving Lights an einer Stange gleichzeitig in eine Richtung beschleunigt, so hat sich dieser Effekt aufgrund der größeren gleichzeitig in gleicher Richtung auftretende Masse auch dementsprechend verstärkt.

Bei mehreren Moving Lights konnte man auch jede zweite Lampe in die entgegengesetzte Richtung bewegen, um die entstehenden Kräfte zu kompensieren, wenn diese nichts zu beleuchten hatten und der verbleibende Pan-Weg annähernd so groß war wie die Zielbewegung des leuchtenden ersten Moving Lights.

Auch hatte man Moving Lights aufgrund dieser Eigenschaft, die auch vom Kopfgewicht und den Beschleunigungs- und Bremsrampen der Schrittmotoren abhängig ist, ausgewählt. Der entstehende Impuls ist von Gerätetyp zu Gerätemarke unterschiedlich.

Detailbild Lightlock
Blick in den Lightlock hinein auf den Antrieb der Schwungmasse (Bild: Herbert Bernstädt)

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Kreisel hält dagegen

Um den Drehimpuls des Moving Lights bei einer mit Freiheitsgraden behafteten Aufhängung zu kompensieren, hat die Firma RSC den Lightlock entwickelt. Der Lightlock wurde auf der Plasa 2008 vorgestellt und erhielt den Plasa Innovationspreis.

Der Lightlock kompensiert die Kräfte ähnlich wie ein gegenläufiges Moving Light, muss aber nicht mit programmiert werden. Denn der Lightlock besitzt einen Gyrosensor, der feinste Auslenkungen sofort registriert und einer Steuerungselektronik mitteilt.

Diese Steuerelektronik treibt einen Antrieb an, der eine Schwungmasse bewegt und somit dem Drehimpuls der Pan-Bewegung des Moving Lights entgegenwirkt. Man kennt diese Sensoren aus dem Hobbybereich für ferngesteuerte Hubschrauber, bei denen der Heckrotor entsprechend gegenwirkt, oder aus der Raumfahrt, um Satelliten mit Drallrädern bzw. Gyroskopen lagestabil zu halten.

Die Kunst ist es nun, den Steuerungsalgorithmus so zu optimieren, dass das Moving Light möglichst lagestabil bleibt. Das Ergebnis, so konnten wir uns überzeugen, ist beachtlich und kann sich sehen lassen.

Im Video zu sehen ist der Vergleich der Pan-Tilt-Bewegung: einmal mit eingeschalteten Lightlock und einmal ohne eingeschalteten Lightlock — der Unterschied wird ersichtlich

 

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Flexibilität

Bei dem Lightlock handelt es sich um ein durchdachtes, praxistaugliches Tool. Durch die auf der Ober- und Unterseite symmetrisch eingearbeitete Tragschiene können verschiedenste Befestigungen wie Ringschrauben, Bridleschienen oder Coupler angeschlagen werden, so dass man den Lightlock an Seilen direkt aufhängen oder über ein Rohr anschlagen kann.

Das schlanke Lightlockmodul kann auch zur Stabilisierung langer Zugstangen verwendet werden. (Bild: Herbert Bernstädt)

Um Moving Lights universell anzuschlagen, wählt man am besten die Aufhängung über Coupler und Rohr. Ausgelegt ist der Lightlock für maximal 100 kg. Sollen größere Stecken mit mehreren Moving Lights kompensiert werden, ist es auch möglich, die entgegenwirkende beschleunigte Schwungmasse zu erhöhen, indem man einfach weitere Lightlocks übereinanderstapelt. Auch hierfür gibt es für die Aufnahmeschienen das passende Zubehör.

Die Stromversorgung erfolgt über einen durchgeschleiften PowerCon-Steckverbinder, so dass das Moving Light direkt mitversorgt werden kann bzw. umgekehrt, denn die Stromaufnahme bei maximal 150 W fällt meist kaum ins Gewicht.

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