Licht

Leuchtmittel

LED-Glühbirne

Die Glühlampe ist tot, es lebe die Glühlampe

Nach dem Beschluss, dass die Glühlampe mit ihrem Wolframfaden zu viel IR-Strahlung abgibt, um als energieeffizient für Beleuchtungszwecke zu scheinen, war der Verlust groß. Die von der Industrie propagierten Energiesparlampen in Form von kompakten Leuchtstoffröhren sollten das Ersatzleuchtmittel werden. Jedoch war das emittierte Lichtspektrum dieser Entladungslampe oft sehr grenzwertig, um als ein gemütliches Licht wahrgenommen zu werden. Auch das Dimmverhalten führte nicht zu einer noch wärmeren und gemütlicheren Stimmung bzw. war in der Regel nicht möglich. Die Wartezeit bis das Leuchtmittel seinen Lichtstrom entfaltet ist oft zu lang für den kurzen Gang durch den Flur und dauerndes Schalten mochte dieser Lampentyp auch noch nie. Die versprochene lange Lebensdauer wurde oftmals durch häufige Kurzzyklen zunichtegemacht. Abgesehen davon, dass die umgeknickten Röhren nicht formschön in die Leuchte passten oder einfach nur hässlich darin aussehen. Eine Lebensqualität und Zufriedenheit konnte mit dieser Art von Leuchtmittel nicht gewonnen werden.

LED

LED als Retrofit für die Allgebrauchslampe ist nun auch nicht neu. Mit ihr hat man wesentliche Nachteile der Kompaktleuchtstofflampe beseitigen können. LED-Retrofits haben keinen großen grünen Emissionspeak, sondern einen blauen gefolgt mit einem weiten Bogen im gelben Bereich der Phosphormischung. Dieses Licht ist um Klassen besser von der Akzeptanz als das von der Kompaktleuchtstofflampe. Außerdem ist das LED-Licht von der ersten Sekunde an mit voller Helligkeit vorhanden und kurzzeitiges Ein- und Ausschalten rüttelt auch nicht an der Lebensdauer. Man hat kein Quecksilber mehr im Haus, wenn einmal das Leuchtmittel runterfällt und das Glas zerspringt. Und selbst das Dimmen ist in gewissen Grenzen manchmal möglich. Dagegen wird das LED-Leuchtmittel oft mit einem großen Kühlkörper und größerer Bauform designt, um die Temperaturprobleme in den Griff zu bekommen. Jedoch fehlt auch bei diesem Leuchtmittel noch das gewisse Extra. Wir sind Gewohnheitsmenschen. Wir haben unsere Wolframfaden bewährten Leuchtmittel liebgewonnen. Designerleuchten nutzen die Sichtbarkeit bei klarem Glas der Wendel, um formschöne Leuchten zu kreieren.

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Ziel für einen einigermaßen gleichwertigen Ersatz für das verlorene Leuchtmittel mit dem Wolframfaden müsste also ein Leuchtmittel sein, das ebenfalls einen leuchtenden Faden beinhaltet. Man ist diesem Ziel mit dem Leuchtmittel Fabuled von Nero einen ganz erheblichen Schritt näher gekommen.

SIeht aus wie eine Glühlampe aber mit LED-Leuchtfäden
Nero Fabuled – ausgeschaltet (Bild: Herbert Bernstädt)

 

´Leuchtmittel eingeschaltet
Nero Fabuled – gedimmt und selbst beleuchtet zum Zeigen des Glaskolbens (Bild: Herbert Bernstädt)

 

Ohne Hilfslicht ist der Glaskolben nicht im Bild zu erkennen
Nero Fabuled – gedimmt und selbst unbeleuchtet (Bild: Herbert Bernstädt)

 

LED-Fäden der "Allgebrauchslampe"
Leuchtfaden aus blauen und roten LEDs mit Phosphorüberzug (Bild: Herbert Bernstädt)

 

LED-Faden

Dieses Leuchtmittel ist beinahe so aufgebaut wie eine klassische Allgebrauchslampe. Aber statt des Wolframfaden befinden sich LED-Streifen in beinahe Fadenform im Glaskolben. Und das Besondere an dieser Aneinanderreihung von LED-Chips ist, das nach jedem vierten blauen LED-Chip ein roter folgt. Dieser Streifen beinhaltet nun 5 rote LEDs und 21 Blaue LEDs und ist mit einer Phosphorschlämmung umzogen. Damit ist eine gute warme Lichtfarbe umgesetzt worden. Wir haben von der Firma Nero International GmbH ein Muster mit 6,5 Watt, E27-Fassung klar, 2.600 K erhalten. Gemessen haben wir eine Farbtemperatur von 2.571 K bei einem CRI von erstaunlichen 91. Das Leuchtmittel kommt ohne Vorschaltelektronik aus, denn wenn man vier LED-Fäden à 5 rote und 21 blaue LEDs in Reihe schaltet, ist man über 240 V Betriebsspannung. Folglich ist das Leuchtmittel mit 3,5 W mit vier Fäden ausgestattet und das 6,5-W-Leuchtmittel mit 8 Fäden, wobei man dann immer zwei parallelgeschaltet hat. Die Fabuled lässt sich mit einem konventionellen Phasenanschnittsdimmer mit Triac in einem großen Stellbereich dimmen. Dagegen war das Dimmverhalten bei einem IGBT Dimmer, bei dem man eigentlich ein besseres Dimmverhalten erwarten würde mit Flackern behaftet und deutlich schlechter, obwohl man hier fast bis auf 0 herunterdimmen konnte. Ob Phasenanschnitt oder -abschnitt zeigte keine deutliche Veränderung.

Betrachtet man sich nun diese LED-Allgebrauchslampe, so ist die bekannte Glasform wieder zu erkennen, der klassische Faden ist zwar noch zackig verlegt, aber der erste Schritt in die richtige Richtung wurde mit diesem Leuchtmittel gelegt, um wieder eine Leuchtqualität bei gleichzeitiger Energieeinsparung zu ermöglichen. Nebenbei ist der Aufbau ohne Steuerungselektronik auch im Hinblick auf Rohstoff und Recycling wesentlich nachhaltiger als die bisherigen Lösungen. Bleibt abzuwarten, wie sich die Lebensdauer dieses Leuchtmittels entwickeln wird.

 

Spektrum der Fabuled
Fabuled: Spektrale Verteilung der Mischung aus blauen und roten LEDs im Phosphormantel. 2600 K, CRI: 91 (Bild: Herbert Bernstädt)

 

Spektrum einer Allgebrauchlampe
Zum Vergleich: Spektrale Verteilung einer Allgebrauchslampe, 2.800 K, CRI: 100 (Bild: Herbert Bernstädt)

 

 

Spektrum einer Energiesparlampe (Quecksilberbasis)
Spektrale Verteilung einer Energiesparlampe zum Vergleich: 2.700 K, CRI: 82 (Bild: Herbert Bernstädt)

 

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