Licht

Konventionelle Scheinwerfer

Fluter – Flächen ausleuchten

Einer der bekanntesten Scheinwerfer, die nur einen Spiegel als optisches Bauteil verwenden, ist der Fluter. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ihn jeder Handwerker aus dem Baumarkt her kennt und oft beim Tapezieren schon eingesetzt hat.

Fluter mit Torklappen im leuchtenden Zustand
Symetrischer Fluter RA1 von Spotlight (Bild: Spotlight)

Natürlich hat man solch einen preiswerten Baustellenfluter auf der einen oder anderen „Baustelle“ des Eventbereiches gesehen oder beim Amateurtheater, jedoch jeder, der einen Fluter zur Ausleuchtung ernsthaft benutzen will, meidet diese Baumarkt-Geräte, denn das gewünschte Ausleuchtungsergebnis zu erreichen, sei es der Übergang von einem zum anderen Gerät oder der Einsatz einer Farbfolie, erfordert so viel Improvisation, Black Wrap und hitzebeständiges Klebeband und die damit verbundene Bastelei.

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Ganz abgesehen vom Look des Gerätes beim Einsatz einer angeklebten Farbfolie, die, um nicht sofort auf dem Schutzglas festzuschmoren, einen gehörigen Abstand benötigt. Der Fluter selbst lässt sich in drei Arten unterscheiden, für je ein eigenes spezielles Anwendungsgebiet.

DTS-Flter auf Sockel im Hintergrund Baumlaub
IP 65 Outdoorfluter für Permanent Installation.
DTS ARC 1
(Bild: DTS)

 

Symmetrische Fluter

Der Begriff der Flächenleuchte wird in der DIN 15560-1:2003-08 mit „Beleuchtungsgerät mit gerichteter Lichtführung – Das von der Lichtquelle erzeugte Licht wird zum Teil direkt, zum Teil über einen zu zwei zueinander senkrechten Ebenen / Symmetrieebenen, symmetrischen Reflektor abgestrahlt“ definiert. Wir nennen ihn auch oft symmetrischen Fluter oder Oberlicht-Fluter. Denn der symmetrische Fluter wird oft auch eingesetzt, um in einer Zugstange hängend, nach untern leuchtend, die Fläche der Bühne mit einem Grundlicht zu belegen.

Die Bezeichnungen wie Grundlicht finden sich auch in der DIN 15560-1, wobei dort auch auf die DIN 56920-4 verwiesen wird, welche zwar Begriffe wie Svoboda-Rampe „Eine Rampe aus in Reihe geschalteten Niedervoltparabolspiegelscheinwerfern genannt nach ihrem Erfinder“ festgelegt ist, aber ansonsten eine begriffsdefinierende Norm ist, die man nicht unbedingt im Regal stehen haben muss.

Ein streuender Reflektor der um ein Halogenstab zylindrisch angeordnet ist.
Strahlengang im symmetrischen Fluter. Ein streuender Reflektor der um ein Halogenstab zylindrisch angeordnet ist. (Bild: Herbert Bernstädt)

Eine Flächenlichtleuchte ist sehr oft mit einem stabförmigen Halogenleuchtmittel ausgestattet. Das rückseitig abgestrahlte Licht wird durch einen Rinnenspegel wieder nach vorne geworfen. Mit seinem breiten Abstrahlverhalten kann der Fluter sehr leicht große Flächen beleuchten.

Da das meiste Licht direkt vom Leuchtmittel auf den bestrahlten Objekten auftrifft und die Reflektoren das Licht ebenfalls breit verteilend nach vorne reflektieren, wirkt das Licht sehr hart. Dass bedeutet, dass beleuchtete Gegenstände einen sehr scharfen Schatten bilden. Das kann durchaus gewünscht sein, wenn man z.B. mittels Cookies, die amerikanische Bezeichnung für Schablonen, die früher aus Holz mit einem ausgeschnittenen Muster zur Projektion von Schattenmustern, einen Schattenwurf auf das Szenenbild legen möchte.

Ein Cookie hat eine ähnliche Funktion wie ein Gobo, ist heute jedoch ca. 1,2 m x 1,2 m groß, flexibel, aus durchsichtigem Kunststoff und wird auf einen Rahmen montiert. Mit aufgebrachten Motiven aus hitzefester Tinte wird das „Breakup“-Motiv wie z.B. Laub oder Baummuster hergestellt. Wie Gobos kann man sie hintereinander anordnen, erlauben aber, durch Variation des Abstandes von der Lichtquelle und Bewegen der flexiblen Folie selbst, unendlich viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Wasser- und Feuereffekte sind mit einem einseitig aufgehängten Cookie und dessen Bewegung sehr abwechslungsreich.

Fresnellinse mit Farbfolie an Torklappe leuchtet auf ein Cookie und wirdft ein Breakup an die Wand.
Cookie (Schablone) mit Baum-Breakup in einer Beispielanwendung. (Bild: Rosco)

 

Stadttheater Paderborn mit blick auf die Bühne
Symetrischer Fluter im Einsatz meist als Flächenlicht, Oberlicht oder auch als Putzlicht (Bild: Herbert Bernstädt)

Aber hartes Licht sorgt auch für viele Konturen und im Gesicht kann bei seitlichem sehr harten Licht die Plastizität zunehmen, was gerade weibliche Künstler nach weichstrahlenden Scheinwerfer nachfragen lässt, da die scharfe Kontur eben auch Falten deutlicher hervorheben. Dazu wird später der passende Scheinwerfer vorgestellt. Oftmals werden mehrere Fluter zu einer Reihe zusammengefasst.

Man spricht dann auch von einer Rampe. Dabei haben sich 3- oder 4-Kammer-Rampen etabliert. Gerade im Portal werden diese Rampen oft je Kammer mit den Grundfarben Rot Grün und Blau bestückt und bei der 4-Kammer-Version bleibt die vierte Kammer folienmäßig unbestückt für optimales Weißlicht oder andere bevorzugen in der vierten Kammer ein Gelb oder freundliches Amber für schöne warme Stimmungen. So lässt sich schnell die gesamte Bühne einfärben.

Jedoch ist der Einsatz von Farbfolien bei Flutern kritisch, da durch die Nähe zum Leuchtmittel und dessen Wärmestrahlung ohne wärmeabsorbierender Optik dazwischen die Folien sehr schnell ausbleichen oder schmelzen. So ist ein Konstruktionsmerkmal eines guten Fluters die Art der Farbfolienaufnahme und der Kühlungsschlitze am Farbfilterrahmenhalter, die zwar lichtdicht sein müssen, aber eine gute Konvektionskühlung erlauben müssen.

Je besser die Luft die Folie kühlen kann, umso länger wird die Standzeit der Folie sein. So sind manche Fluter mit sehr großen Rahmen versehen, damit der Abstand zum Leuchtmittel größer wird, was ebenfalls die Wärmebelastung der Folie reduziert.

Frontalfluter

Wird der symmetrische Fluter so aufgebaut, dass das stabförmige Leuchtmittel und dazu die Spiegelwanne im Betrieb parallel zum Horizont ausgerichtet sind bzw. dreht man den Oberlichtfluter um 90°, hat sich daraus ein weiterer Flutertyp entwickelt – der Frontalfluter oder Broadlight. Bei dem Frontalfluter ist die Spiegelrinne um 90° gedreht.

So können im Set ebenfalls sehr schnell große Flächen beleuchtet werden, jedoch nicht von oben herab, sondern frontal in die Szene hinein. Natürlich ist damit auch die Beleuchtung von den Seiten gemeint. Gerade Häuserfronten lassen sich so effektiv beleuchten.

Da ein stabförmiges Leuchtmittel meist den zweiseitigen R7s Sockel benötigt, ist beim Frontalfluter ein einseitig gesockeltes Halogenleuchtmittel vorhanden, da ansonsten bei einem zweiseitigen Sockel der obere Sockel der gesamten thermischen Belastung ausgesetzt wäre. Selbstverständlich ist der Frontalfluter auch mit Tageslichtlampen erhältlich.

Hierzu etabliert die Leuchtmittelindustrie in Zusammenarbeit mit namhaften Scheinwerferherstellern CDM-Leuchtmittel, also Entladungslampen mit einer Keramikbrennkammer. Diese Kammer ist beständiger als Quarzglas und erlaubt somit eine lange Lebensdauer bei gleichzeitig niedriger und stabiler Farbtemperatur von 3.200 K oder 4.200 K. Die für eine Entladungslampe gute Farbwiedergabe, der hohe Wirkungsgrad und die geringe Leistungsaufnahme von 150 bis 250 W lassen dieses Leuchtmittel gerade in einem Studio sehr interessant werden, zumal der Wirkungsgrad eines Frontalfluters gegenüber Linsensystemen sehr groß ist.

 

Strahlengang im Broadlight bzw. Frontalfluter.
Strahlengang im Broadlight bzw. Frontalfluter. Durch die nicht durchgängige Reflecktorwanne ist eine optimale Konvektion der Leuchtmittelwärme gewährleistet. (Bild: Herbert Bernstädt)

 

 

Zeigt einen Fluter für Frontale Beleuchtung
Frontaklfluter mit Halogenleuchtmittel auf Stativposition. (Bild: Desisti)

 

Sicht in den Aufbau eines Frontalfluters
Schnitt durch ein Broadlight bzw. Frontalfluter (Bild: Desisti)
Rotationssymetrischer Fluter mit Halogenstab als Leuchtmittel
Reportagenlicht vom Prinzip her ein Frontalfluter (Bild: DTS)

 

Als eine Abwandlung des Frontalfluters könnte man das Reportagenlicht verstehen. Reportagenlichter sich in erster Linie für den schnellen mobilen Einsatz bestimmt. Oft werden sie in kompletten Sets mit Koffer und Stativen angeboten. Auch der Bügel wird oftmals mit einer großen Klemme ausgestattet oder einer Aufnahme für 16-mm-Zapfen für eine Universalclamp, die man an Rohren genauso gut anbringen kann wie an Brettern bzw. Tischplatten.

Für das Befestigen von irgendwas hat sich der Begriff Grip im Studiobereich etabliert. Bei Reportagenlichtern gibt es auch typische Unterscheidungsmerkmale wie Torklappen, Schalter in der Zuleitung oder aber auch ob sich das Leuchtmittel im Spiegel verstellen lässt. Reportagenlichter findet man aufgrund der schnellen und praktischen Handhabung immer öfter auch bei fliegenden Veranstaltungen als Arbeitslicht.

Asymmetrischer Fluter

Im Gegensatz zum symmetrischen Fluter bei dem sich der Fluter im rechten Winkel vor der beleuchteten Fläche befindet, gibt es zahlreiche Anwendungen, bei dem der Fluter nicht vor der Fläche sein darf, da z.B. Darsteller vor der Fläche keinen Schatten bilden sollen. Also kann man oben oder unterhalb der zu beleuchtenden Flächen Strahler anordnen.

Da aber das Licht von herkömmlichen Flutern zur Mitte der Fläche hin sehr stark abnimmt, benötigt man eine andere Spiegelform, um das Licht so zu verteilen, dass möglichst viel Licht in die entfernte Richtung hin scheint. Dieser Spiegel weist eine asymmetrische Form auf und deshalb sprechen wir vom asymmetrischen Fluter, aber auch von Horizont-, Hintergrund- oder Cyclorama-Leuchte.

Drei Reflektorarten für optimale Projektionseigenschaften
Strahlengang im aufwendig gestalteten asymmetrische Fluter (Bild: Herbert Bernstädt)
Eine gebogene Reflektorwanne um Mehr Licht in die entferne Richtung zu reflektieren
Strahlengang im einfachen asymmetrischer Fluter (Bild: Herbert Bernstädt)

 

Auch hier können die Fluter mehr oder weniger aufwendig aufgebaut sein, was sich letztendlich meist im Nutzfaktor wie auch im Preis widerspiegelt. So kann man in einigen Reflektoren z.B. Schlitze entdecken. Diese Schlitze erlauben eine Luftzirkulation durch den Reflektor hindurch. Zusammen mit dem engmaschigen Schutzgitter vor dem Leuchtmittel, das die freie Konvektion ein wenig bremst, bildet sich eine Kammer um das Leuchtmittel.

Je besser nun die Luft in der Kammer durch diese Schlitze zirkulieren kann umso geringer ist die Wärmebelastung. Auch ist oftmals eine Kante mit einem Sägezahn ähnlichen Profil ausgeführt. Diese Anordnung sorgt dafür, dass der Fluter keine harte Kante macht, die durch die Gehäusebegrenzung, die wie eine Torklappe wirkt, eine Abgrenzung bildet. Denn optimal sollte von der gegenüberliegenden Seite ebenfalls Licht in einen weichen Übergang zum anderen Scheinwerfer überlaufen, ohne dass man den Übergang erkennen kann. So wirken die Keile wie ein stationärer mechanischer Dimmer, der zum Rand hin immer mehr Licht abschattet, so dass ein weicher Verlauf entsteht.

Benötigt man farbiges Licht, so sind meist Farbfolien direkt vor den Fluter in die dafür vorgesehene Halterung einzusetzen. Oftmals sind die Farbfolienaufnahmen gewölbt, damit das Licht am besten im rechten Winkel durch die Farbfolie hindurchdringt, um möglichst beste Transmissionswerte zu erreichen. Wie gesagt, sind hier die Lüftungsschlitze für die Farbfolie für eine ausreichende Kühlung der Folie immens wichtig. Noch bessere Standzeiten werden erreicht, wenn für die Farbfolie eine Kammer am Fluter vorhanden ist, die noch einen größeren Abstand zum Leuchtmittel erlaubt. Denn mit jedem Zentimeter mehr Abstand zum Leuchtmittel nimmt die Wärmebelastung auch drastisch ab. Dass bei einem größeren Gehäuse dann auch mehr Luft zirkulieren kann und der Kamineffekt für eine noch schnellere Luftbewegung sorgt, tut der Sache zusätzlich gut.

Eine andere Möglichkeit ist statt Farbfolien durchgefärbte Gläser zu nutzen, die wesentlich höhere Standzeiten aufweisen können und hohe Temperaturen auch besser verkraften. Farbgläser wurden früher sehr oft eingesetzt, sind heute jedoch selten zu finden und dann meist nicht in der gewünschten Farbe bzw. meist nur in den Primärfarben. Damit die Wärmespannungen das Glas nicht zerspringen lassen, werden die Gläser meist in Streifen aneinandergereiht.

Nachteilig ist bei einem Transport die Glasbruchgefahr. Der Einsatz der heute üblichen dichroitischen Farbfilter, die ebenfalls einen Glasträger aufweisen, ist hier nicht sinnvoll, weil mit den unterschiedlichen Auftreffwinkeln des Lichtes auf das Glas, z.B. im Zentrum ist ein anderer Winkel vorhanden als am Rand, dichroitisch üblich unterschiedliche Farben reflektiert bzw. durchgelassen werden. Somit würde ein ungewollter Farbverlauf entstehen, könnte allerdings auch ein Designkonzept darstellen. Ab und zu erfordert die Dekoration, dass ein Fluter auch zu einer Seite hin abgeschattet werden muss. So sind dann Torklappen auch bei einem Fluter eine Option, die durchaus möglich sein sollte.

 

Optimale Plazierung der Scheinwerfer für beste Ausleuchtung einer Fläche mal mit Symetrischen mal mit Asymetrischen Flutern
Oben: Lichtverteilung von asymmetrischen Flutern
Unten: Lichtverteilung bei Anwendung von symmetrischen Flutern
(Bild: Desisti)

 

Blick in das Innere eines Asymetrischen Fluters
Schnitt durch ein Asymmetrischen Fluter (Bild: Desisti)

 

zahnförmige Keile sorgen für ein weiches Ausblenden an der Kante.
Eine Zahnleiste an der Stirnseite hat genau die gegenteilige Aufgabe wie eine Torklappe. Die Torklappe versucht das Licht mit einer Harten Kante abzuschatten, die Zahnleiste sorgt für ein weiches ausblenden des lichtes zum Rand hin. Man will dann keine harte Kante sehen. (Bild: Herbert Bernstädt)

 

Reflektor mit Schlitzen und Löchern
Schlitze im Reflektor sorgen für Luftstrom durch den Reflektor für die Kühlung des Leuchtmittels. (Bild: Herbert Bernstädt)

 

Fluter mit 4 viertelscheiben statt Farbfolien
Für Permanente Installationnen wie z.B. beim Musical, werden statt Farbfolien auch Gefärbte Gläser eingesetzt, da die Standzeiten der Gläser wesentlich höher ist als von Folien. (Bild: Herbert Bernstädt)
Asymetrischer Fluter mit voluminösen Vorbau für mehr abstand der Folie zum Leuchtmittel
Fluter mit weit ausgelagerten Farbrahmenhalter. Durch die größere Entfernung zum Leuchtmittel ist die Thermische Belastung an der Folie nicht so hoch und sorgt für eine längere Standzeit. (Bild: ADB)

 

Weichstrahler

Hatten wir bisher nur Scheinwerfer, die hartes Licht werfen, behandelt, so benötigen wir jetzt einen Scheinwerfer, der weiches Licht werfen kann. Weiches Licht bedeutet, dass das beleuchtete Objekt am besten keinen Schatten wirft, sondern stufenlos das Licht hinter dem Objekt absäuft. Dazu benötigt man am besten eine möglichst große lichtabstrahlende Fläche, die das Licht in die unterschiedlichsten Richtungen wirft – aber nach vorne natürlich.

Damit das Licht von vielen Richtungen kommt und somit den Schatten eines Lichtstrahles aus einem anderen Winkel ausleuchtet und damit verschwindet, wird z.B. das stabförmige Halogenleuchtmittel eines Fluters nicht mehr direkt abgestrahlt, sondern nur noch indirekt über eine mehr oder weniger diffuse Spiegeloberfläche.

Damit wird eine große lichtabstrahlende Fläche erreicht. Dies könnte man auch erreichen, wenn man z.B. einen Scheinwerfer auf eine Styroporplatte strahlen lässt und die Platte so ausrichtet, dass das diffuse Licht auf das gewünschte Objekt fällt, jedoch benötigt man dazu einmal Platz und wahrscheinlich auch mehr Energie für das gleiche Licht am Objekt.

Man nennt diese Weichstrahler auch Softlights oder Aufhelllicht aufgrund der Aufgabe, die sie zu erfüllen haben: die Schatten einer Person, die vom Führungslicht deutliche Konturen erhält, mit ihrem weichen Licht auf der abgewandten Führungslichtseite aufzuhellen.

 

Strahlengang in einem Weichzeichner
Kein direktes Licht vom Leuchtmittel, sondern nur über struckturierten Reflecktor sorgt für sehr weiches difus abstrahlendes Licht (Bild: Herbert Bernstädt)
Schnitt durch einen Weichstrahler
Blick in den inneren Aufbau eines Weichstrahlers, hier mit Halogenstab als Leuchtmittel (Bild: Desisti)

 

Softlight

Ein Softlight muss nicht zwingend indirekt arbeiten, um weißes Licht zu erzeugen, wenn man z.B. kein Leuchtmittel verwendet, das hartes Licht ausstrahlt, sondern ein Leuchtmittel, das von Natur aus weiches streuendes Licht aussendet wie die Leuchtstofflampe. Deren Schlemmung an der Außenwand wandelt das UV-Licht in sichtbares Licht und damit über die gesamte Außenfläche eine Lichtquelle darstellt, die ungerichtet abstrahlt. So ist die Leuchtstofflampe ein ideales Softlight.

Verwendet man aber einen weichstrahlenden Scheinwerfer zum weichen Aufhellen einer Person oder eines Gegenstands, ohne dass eine Farbe erzeugt werden muss, dann kann man die warmweißen oder kaltweißen Leuchtmittel so anordnen, dass ein Reflektor seitlich versetzt das nach hinten abgestrahlte Licht wieder nach vorne reflektiert.

Ein weiterer Vorteil der Leuchtstoffröhren ist, dass sie kaum Wärme erzeugen. So wird hier auch vom Kaltlichtstrahler gesprochen. Dies erlaubt nicht nur eine geringere Entfernung zum Objekt, mit damit verbundener geringeren Lichtleistung, sondern auch geringere Stromaufwendungen und nicht zuletzt kleinere Klimaanlagen. Moderne Softlights sind heute mit DMX 512 ansteuerbar, dimmbar und selbstverständlich Flicker frei.

Flickern tritt auf, wenn Leuchtmittel sehr schnell zwischen hellem und dunklem Zustand wechseln können wie z.B. LEDs oder Entladungslampen und deren Stromversorgung schnell wechselt, wie z.B. die Pulsweiten-Modulation bei LEDs oder die Netzspannung bei Entladungslampen. Unser Auge ist träge und kann ein Flimmern über 25 Hz schon nicht mehr wahrnehmen und interpretiert dies als stehendes Licht.

Eine elektronische Kamera tastet dagegen das Bild in vielen kleinen Momenten ab. Wenn dann die Kamera immer auf den dunklen Stellen abtastet und dann im Laufe der Zeit zu den lichtabstrahlenden Momenten wandert, und dann nur diese abtastet, dann sehen wir im aufgezeichneten Bild eine Ansammlung von dunkel gefolgt von hell, also ein Blinken bzw. schneller ein Flickern.

Auch ist das Dimmen von Leuchtstofflampen nicht einfach zu bewerkstelligen, da bei eingeschränkter Energiezufuhr die Gefahr besteht, dass die Ionenstrecke abreißt und damit die Leuchte dunkel ist. Deshalb benötigt die Leuchtstofflampe Vorschaltgeräte, die zu jeder Spannungsperiode genügend Energie liefern können, um ein erneutes Durchzünden zu bzw. ein Dimmen bis beinahe stufenlos zum Erlöschen hin erlauben.

Dafür muss oft neben der gedimmten Spannung noch die vollständige Phase der Leuchtstofflampenscheinwerfer zugefügt werden. Leuchtstofflampen sind im unteren Stellbereich so empfindlich, dass man einen Bitsprung eines DMX-Steuersignals sehr deutlich sehen kann. Oftmals ist dann die Enttäuschung bei einem Theater, das die analogen Steuersysteme auf DMX umgestellt und die Leuchtstofflampen über das DMX-Signal gedimmt hat, über das wahrgenommene „Pumpen“ groß. Dagegen helfen nur 16 Bit Auflösung eines Digitaldimmers in Verbindung mit einem VIP90 Vorschaltgerät oder die analoge Technik.

 

Schnitt eines Weichstrahler mit Leuchtstofflampen
Hier strahlt das Leucht bereits weich ab. Der Reflektor hat die Aufgabe das Licht das nach hinten abgestrahlt wird nach vorne zu werfen, ohne von dem Leuchtmittel selbst abgeschattet zu wewrden. (Bild: Desisti)

 

Strahlengang in einem Weichstrahler mit Leuchtstofflampe
Der Strahlengang zeigt wie das Licht am Leuchtmittelk vorbeio nach vorne reflecktiert wird. (Bild: Herbert Bernstädt)

 

BU: Weichstrahler mit Leuchtstofflampen (2)

 

Farbwechselwanne, HGL, Hintergrundleuchte

Betrachtet man sich die typischen kompakten RGB- oder RGBW-Leuchtstofflampenwannen die als Backlight bzw. Hintergrundleuchte eingesetzt werden, um Operafolien-Horizonte von hinten einzufärben, so muss man feststellen, dass das vom Leuchtmittel rückwärtig emittierte Licht kaum genutzt wird, denn die Leuchtstoffschlemmung lässt das Licht nicht durchdringen wie z.B. der Kugelspiegel bei einer Entladungslampe. Die Schlemmung der Leuchtstofflampe schattet das Licht ab, wenn man es von hinten hindurch reflektieren wollte.

Bei den RGB-Wannen hat man aber keine Chance das rückseitig abgestrahlte Licht wieder nutzbar zu machen, da die Leuchtstofflampen so eng wie möglich zusammenliegen müssen, damit die Farbmischung auf der halbtransparenten Folie (Opera) sich auch in kurzem Abstand gut zusammenmischt. Denn es ist das Bestreben eine möglichst gleichmäßige Farbe auf der Folie bei gleichzeitig geringstem Abstand zu erreichen.

Man kann zwar auch sehr schnell mit asymmetrischen Flutern oder Frontalflutern ein ähnliches Ergebnis erreichen, benötigt jedoch mehr Raum im Studio und zudem sind Leuchtstofflampen sehr energiesparend und entwickeln weniger Hitze, was der Dimensionierung der Klimaanlage im Studio entgegenkommt.

Auch werden oft keine Dimmerkanäle belegt, da die Wannen direkt über DMX 512 angesteuert werden. Das Durchschleifen des Steuersignals und der Stromversorgung machen den Aufbau sehr einfach. Heute sind Systeme auf dem Markt, bei denen über einen PC die Fernkonfiguration der Farbwechselwanne erfolgen kann. RDM und ACN lassen grüßen. Möchte man mit diesen RGB-Leuchtstoffsystemen auch schnelle Stimmungswechsel oder Blitze erzeugen, so ist das System sorgfältiger auszuwählen, denn oftmals finden sich für die Leuchtstofflampen Vorschaltgeräte, die z.B. Dali verstehen.

Dali ist ein Steuerprotokoll für Architekturleuchten, also im weitesten Sinn Hausbeleuchtung. Da es bei diesem Protokoll nur zweitrangig auf Schnelligkeit ankommt, kann eine RGB-Wanne, die DMX 512 auf Dali wandelt, womit dann die Leuchtstofflampe hin gedimmt wird, erhebliche Zeit benötigen, um nach dem Druck auf die Blitztaste des Lichtstellpults zu reagieren. Oder kurz, solche Dali-behafteten Systeme sind für statisches Licht OK, aber nicht für schnelle synchrone Lichtwechsel geeignet.

Statt der Leuchtstofflampe ist allerdings auch hier die LED im Vormarsch. Diese LED-bestückten Farbwechselwannen bieten den Vorteil, dass eine rote LED im Gegensatz zur rot beschlemmten Leuchtstofflampe ein kräftiges Rot abgibt, während die rote Leuchtstofflampe nur ein fades Rot abgeben kann, das man oft mit einer zusätzlichen Farbfolie versucht zu intensivieren.

Dagegen haben die vierflammigen Leuchten mit dem zusätzlichen Weiß den Vorteil leichter Pastelltöne darzustellen, wie allgemein ein „sauberes“ Weiß. Auch lässt sich die LED-Technik wie bereits oben angesprochen wurde wesentlich leichter Dimmen als eine Leuchtstofflampe. Daneben sind die LED-typischen Vorteile wie Robustheit gegen Erschütterungen, Stoß, wie auch die lange Lebensdauer des Leuchtmittels eine höhere Investition für ein LED basierendes System wert.

Möchte man dann noch Farbverläufe am Horizont erlauben, die einen diagonalen Farbverlauf aufweisen oder sogar Farbbilder ermöglichen, so sind LED-Farbwechsel-Panels auf dem Markt, bei denen auf ca. 1 m2 ca. 16 oder mehr RGB-Farbwechsel-LEDs gleichmäßig verteilt sind, wobei jede einzelne LED unabhängig von den anderen in Farbe und Intensität gesteuert werden kann.

Mit solchen Systemen kann man bis zu 8 cm nah an die Opera gehen und hat absolute Design-Flexibilität bei extremer Robustheit. Nebenbei sei hier noch mal darauf hingewiesen, dass bei den additiven RGB-Farbwechselsystemen, die als Scheinwerfer bei einem Lichtstellpult angemeldet sind, oftmals die Funktion des Dimmerkanals unterschätzt wird.

Entweder kann die Leuchte mit einem eigenen zusätzlichen Dimmerkanal alle Farben gleichzeitig proportional eindimmen oder ein Lichtstellpult muss einen virtuellen Dimmerkanal bereitstellen, über den eine Farbmischung proportional in der Helligkeit heruntergefahren werden kann. Denn in der Regel werden die Farbwechsler als typische LTP-Funktion eines Moving Lights angelegt, wobei die Dimmerfunktion im HTP-Modus fehlt, so dass das Eingreifen auf die Mastersumme keinen Einfluss auf die RGB-Farbwechselwannen hat und bei einem gewollten plötzlichen Black Out die Farben weiterhin kräftig leuchten.

 

Viel 4-Kammerwannen für Leuchtstoffröhren
Hintergrund RGB-Farbwechselwanne, mit zusätzlicher Farbfolie für das Rot. HGL steht für Hintergrund Leuchte. (Bild: Herbert Bernstädt)

 

HGL-Wannen hängen entlang der Wand vom Studioschienensystem herunter.
HGL Hintergrundleuchten im Studio. Davor kommt eine Operafolie die dann ganzflächig und gleichmäßig hinterleuchtet wird und so in der Kamera ein FArbigen oder weißen Hintergrund bilden kann. (Bild: Herbert Bernstädt)

 

Typischer Studioumbau
Typischer umbau eine Fernsehstudios, im Hintergrund die HGL-Wannen. Zu dem Zeitpunkt noch Sichtbar d die Operafolie noch nicht eingezogen ist. (Bild: Lightpower)

BU: Farbwechselwannen im Studioeinsatz, hier mit noch nicht gespannter Opera (7)

Symbole für Fluter

Wir können erkennen, dass hier beim Theater das Zeichen global für alle Fluterleistungsklassen dargestellt wird, während im Studiobereich das Zeichen auch die Leistung des Scheinwerfertyps festlegt.

Symbole für Fluter
Für den Beleuchtungsplan unablässig die Symbole für Fluter (Bild: Nach DIN 15560 Teil 6, Allgemein)
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