Licht

Einführung

Funktionen von Lichtstellpulten

Jedes Pult muss die Funktionen Setup, Anwahl, Speichern und Wiedergabe aufweisen, um als Speicherlichtstellpult arbeiten zu können.  Neben den Grundfunktionen, die jedes Pult beinhalten muss, findet man bei dem einen oder anderen Pult eine Funktion, die einem als Operator das Leben erleichtern kann. In diesem Artikel werden diese Funktionen genauer erklärt.


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Skalierung des Raums
Abbildung des realen Raums
Pixelmapper
Sound to light
SMPTE
MIDI
DMX In
Agenda
Zugriff
Kleine Helferlein


Skalierung des Raums

Jeder Operator, der heute in der einen Halle seine Show vorbereiten muss und am nächsten Tag in der nächsten Halle sein Bestes geben muss, wünscht sich eine Automation, bei der man nicht die Positionen wiederholt im Preset ändern muss. Einige Pulthersteller hatten schon vor langer Zeit hierfür eine Skalierungsfunktion entwickelt, die dem Operator diese Arbeit ein wenig abnehmen kann. In den ersten Versionen hatte man dazu einfach angenommen, dass eine Szenenfläche auf die die Show programmiert wurde 100 % groß ist und diese Fläche ein Viereck darstellt. Wenn man nun auf eine Bühne kommt, deren Tiefe z. B. geringer ist, so hat man dann einfach die Ecken des Vierecks dementsprechend verschoben. Damit wurden proportional die Bewegungsparameter von Pan und Tilt entsprechend reduziert.

Bühenpositionen skalieren
Eingabe der Eckpunkte  Pan- und Tilt-Werte werden entsprechend proportional angepasst (Bild: Herbert Bernstädt)

Da das Pult nicht weiß, ob das Moving Light an der Vorbühne hängt oder an der Backtruss, wurden mit der gleichen Proportionalität alle Moving Lights belegt. Für die typische einfache fliegende Disco oder Top 40 Programmierungen war dies ein durchaus annehmbarer Kompromiss, mit dem Vorteil, dass wenn man zur ursprünglichen Location zurückkehrt, mit der 100-%-Eingabe wieder den Ausgangszustand erhält, ohne Positions-Presets verändern zu müssen. Diese Art der Bühnenskalierung findet man später andernorts um einen Schritt erweitert wieder. Hier hat man dann zusätzlich zur Fläche noch die Möglichkeit, die Höhe der Ebene anzugeben, auf der alle Moving Lights aufgehängt sind. Also eine „General“-Höhe, die keine unterschiedliche Betrachtung zulässt.

 

Scallierung der Höhe
Nächster Schritt, die Berücksichtigung der Höhe (Bild: Herbert Bernstädt)

 

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Abbildung des realen Raums

Mit der Visualisierung von Bühnenbildern und der Anbindung der Lichtstellpulte an die Visualisierungen, ergab sich, dass nun die Position und Ausrichtung des Scheinwerfers im virtuellen Raum definiert werden muss. Immerhin wurde aufgrund der Raumkoordinaten xyz entsprechend der Name einer Pultfamilie gebildet – Maxxyz. Die Eingabe der zusätzlichen Parameter bedeutet einen erheblichen Mehraufwand beim Einrichten. Belohnt wird diese Arbeit aber mit der Möglichkeit zur Visualisierung der Bühnenshow, die je nach verwendeter Software und Detailreichtum mal mehr realistischer sein kann bis hin zu sehr pragmatisch rudimentären Strichzeichnungen, die aber durchaus ihren Zweck erfüllen kann. Denn hierdurch ergeben sich zusätzliche Hilfsmittel zum Programmieren.

Screenshot Bühne VXCO
Einfache Liniendarstellung für Scheinwerferkegel-Darstellung (Bild: Herbert Bernstädt)

Einmal kann man einen Scheinwerfer exakter in der virtuellen Welt ausrichten, wenn man aus der Sicht des Scheinwerfers mit einer virtuellen Kamera blickt. So kann man genau sehen, wohin der Lichtwurf fallen würde, wie z. B. den Schlagzeuger träfe, oder ob der Lichtstrahl mit seinem Zentrum den Schlagzeuger einen Meter zu weit hinten verfehlt. Damit ist das Preset-Fokus-Setzen wesentlich exakter. Eine weitere Funktion wäre – insbesondere bei Anwahl mehrerer Fixtures – das gleichzeitige Ausrichten auf einen Punkt hin wie z. B. auf den Gitarristen, indem man nach Anwahl der Fixture mit der Maus auf die Stelle klickt, auf die sich dann die angewählten Moving Lights hin ausrichten. Das kann heute bereits so gut funktionieren, dass man dies sogar während der Show einsetzen kann, bis hin zu einer Art Verfolgerfunktion, mit dem Unterschied, dass hier nun über 30 Moving Lights den Künstler verfolgen können, was mit Personalaufwand schwerlich zu bewerkstelligen wäre.

Screenshot Fokus einstellung
Schnelles Ausrichten und Justieren (Bild: Herbert Bernstädt)

Erstaunlich dabei ist beim realen Einsatz mit welcher beachtlichen Trefferquote diese Funktion ausgeführt werden kann. Immerhin hat man in der virtuellen Darstellung ja nur einen zweidimensionalen Bildschirm, der eine Mausplatzierung nur in x- und y-Koordinaten erlaubt, aber die Tiefe (bzw. Z-Koordinate) von der Software interpretiert werden muss. Eine gute Umsetzung berücksichtigt auch die endlichen Zeiten, die ein Scheinwerfer mit seinem trägen Kopf beschleunigt und stellt dies dementsprechend in der Grafik dar. Ebenso das Farbrad mit seiner endlichen Geschwindigkeit oder die Einstellung ob die Farbe von links oder rechts hereinläuft, oder wie lange der Zoom bzw. die Iris für die Beamshow real benötigen, spiegeln die Realität besser wider und sind wichtig für eine gute Simulation. Hier geht es aber nicht um die Betrachtung von Echtzeitvisualisierung, sondern schlicht um die Funktionserweiterung beim Programmieren von Lichtstellpulten, die mit der 3D-Darstellung eben die Funktion Follow und Fokusview zur Verfügung stellen können.

 

Screenshot Verfolgereinstellung
Das Licht folgt der Maus (Bild: Herbert Bernstädt)

 

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Pixelmapper

Spätestens bei einer größeren Anzahl von Scheinwerfern, die zu einer Matrixform angeordnet werden, ist die Überlegung einen Pixelmapper einzusetzen sinnvoll. Eigentlich gehört ein Pixelmapper in die Rubrik der Effektgeneratoren, wobei jedoch genau genommen nur eine Funktion zur Verfügung steht, die aber eindrucksvolle Effekte liefern kann. Ein Pixelmapper überträgt die Farbinformation eines Pixels eines Bilds auf die Parameter eines gepatchten Scheinwerfers. Die Parameter, die dabei angesprochen werden, sind meist die CMY- bzw. RGB-Farbmischsysteme, könnten aber sinnigerweise auch der Dimmer sein oder je nach Freiheit des Pixelmappers auch Pan- und Tilt-Werte bis hin zum Zoom.

Der größte Anwendungsbereich für den Pixelmapper sind jedoch die kanalhungrigen kreativen LED-Flächen oder -Linien, die mit RGB bzw. den Farbinformationen des Bild-Pixels angesteuert werden. Würde man nun nur ein Bild 1:1 mit seinen Farbinformationen auf eine LED-Matrix übertragen, ist das schon sehr anschaulich und erspart erheblichen Programmieraufwand, gegenüber dem Aufwand, wenn man z. B. Farbverläufe über die Align-Funktion in X- und Y-Richtung aufbauen müsste. Mit dem Pixelmapper ist dagegen das Programmieren einer größeren Anzahl von Scheinwerfern oder Pixeln ein Kinderspiel bzw. überhaupt erst in einem zeitlich vertretbaren Rahmen möglich. Aber die wirkliche Effektivität des Pixelmappers ist nicht das statische Szenenbild, sondern die Dynamik von Parameteränderungen, die man auch von einem Effektgenerator erwartet.

Screenshot madrix
Pixelmapper als eigenständige Software (Bild: Herbert Bernstädt)

Um Farbverläufe und Wellenformen oder sogar viel bildlicher Feuer, Wasser oder Propellerrotation darzustellen, kann man entweder ein Video, was aus ca. 24 Bildern pro Sekunde  besteht, durch den Pixelmapper jagen oder das statische Bild bewegen. Das Bild, das als Bitmap-Datei .bmp oder auch komprimiert als .jpg bzw. im je nach Pixelmapper lesbare Dateiformat vorliegt, wird dann einfach über die Fläche, die die an die Scheinwerfer bzw. Pixel übertragende skalierte gepatchte Fläche darstellt, von links nach rechts, oben nach unten, vorbeilaufen gelassen oder um eine frei zu setzende Achse rotiert. Alleine dadurch sind schon unendliche Spielmöglichkeiten einzustellen.

Die definierte bzw. gepatchte Fläche mit den Scheinwerfern, an denen dann das Bild vorbeiläuft, erhält somit immer neue Farbinformationen des Bilds. So lassen sich bei Schwarzweiß-Bildern, die oft als Gobo-Darstellung bereits im Pult integriert sind, schnell Strobe- und Dimmer-Effekte großflächig und abwechslungsreich kreieren. Die Skalierung des Bilds zur mehrfachen Überdeckung der gepatchten Matrix erlaubt auch den Effekt, dass beim Durchlaufen der Eindruck entsteht, dass es sich hierbei um eine durchlaufende Videoloop handelt. Missbraucht man z. B. die Schwarzweiß-Inhalte des Bilds für die Iris-Funktion, können auch sehr schnell interessante Beamshows generiert werden. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Natürlich ist hier das Motto: je größer die Anzahl der gepatchten Geräte bzw. Pixel, umso deutlicher kann so ein Bild dargestellt werden.  Jedoch sind selbst kleine LED-6er-Bars für den schnellen Discoeinsatz mit einem Pixelmapper mit erstaunlich stimmungsvollen Varianten extrem schnell programmiert. In der Praxis wird der Pixelmapper meist für farbige LEDs verwendet, wobei das einzelne Pixel eben ein LED-PAR-Scheinwerfer sein kann oder auch nur ein Pixel aus einem LED-Panel und somit schon als künstlerische Videofläche avanciert. Beim Einsatz größerer kreativer LED-Flächen kommt man schnell zu dem Punkt, an dem man sich entscheiden muss, ob man diese Flächen mit einem Pixelmapper aus dem Lichtstellpult bedient oder lieber einen Videoserver bedienen will.

Screenshot Pixelmapper
Laufschrift Pixelgenau und ruckelfrei. (Bild: Herbert Bernstädt)

Auch wird hier schnell deutlich, dass man z. B. alleine bei einer Matrix von 30 mal 30 Scheinwerfern bzw. LED-Pixel, die bei einem Pixelpitch (Abstand von Pixel zu Pixel) von 2,5 cm gerade mal eine Fläche von nicht mal 1m×1m ergibt, auf 2.700 DMX-Kreise kommt, wofür bereits 5 DMX-Universen benötigt werden. Hier wird klar, dass ein Pixelmapper meist nur in großen Lichtstellpulten zu finden sein wird, die auch entsprechend in der Lage sind, die entsprechende Anzahl von DMX-Kreisen zu berechnen, zu verwalten und in Form von anderen Formaten wie z. B. ArtNet, auszuspielen. Es sind bereits Softwares auf dem Markt, die sich z. B. auf die Funktion Pixelmapper spezialisiert haben, sie ausführlich behandeln, jedoch dafür keine Pan- und Tilt-Bewegung berechnen können.

Für einige LED-Produkte gibt es auch Softwares, die ebenfalls Pixelmapper-Funktionen aufweisen, wobei hier der Hintergedanke ein anderer war. Denn im Gegensatz zu einem Videoserver kann ein Pixelmapper exakt auf das gepatchte Fixture bzw. Pixel einen Bildpunkt der Vorlage zuordnen, was insbesondere bei Laufschriften interessant wird. Denn wenn eine Laufschrift über einen Videoserver generiert wird, hat man einmal eine feste Frequenz von Bildern, wobei aber nun als Laufschrift der Übergang von einem zum nächsten Bildpunkt bei einer fixen Anzahl von LEDs übereinstimmen muss, da es ansonsten ruckelt. Auch ist bei geringer Pixelhöhe wie 8 Pixel keine Typo-Schrift mehr möglich, sondern nur noch Pixel basierte Schriften. Deshalb wurde auch Software entwickelt, die sich als Pixelmapper auf Laufschriften spezialisiert hat.

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Sound to light

Lichtänderungen, die synchron und abgestimmt auf die Dynamik der eingespielten Musik auf den Zuschauer wirken, erhöhen das Empfinden. Aus diesem Grunde sind Lichtstellwerker – Operator, die nicht nur schnell programmieren, sondern auch den Cue-Knopf zur richtigen Zeit bzw. auf den Punkt und im Takt drücken können – gern gebucht. Um dem Lichtstellwerker hierbei ein wenig Arbeit abzunehmen, gibt es auch hier bei Lichtstellpulten die eine oder andere Möglichkeit der Automation. In der Regel bezieht sich diese Funktion meist auf das Erkennen eines Rhythmus, um damit eine nächste Cue auszulösen. Meist wird anhand des Bass-Rhythmus die nächste Cue einer Sequenz Chaser bzw. Lauflicht weitergeschaltet. So kann man dann mit nur zwei Cues z. B. passend zum Beat zwischen zwei Farben oder Beamgrößen automatisch wechseln lassen.

Screenshot Beat decoder
BPM-Erkennung (Bild: Herbert Bernstädt)

Hat man jedoch schon mal versucht bei einem Jazzkonzert so eine Funktion zu nutzen, wird man je nach Interpret feststellen, dass das Fehlen durchgängiger Beats diesen Automatismus nicht wirklich weiterbringt. Immerhin werden meist nur die energiereichen tiefen Frequenzen über eine Filter- bzw. Pegelschwelle als Triggersignal geschaltet. Dies kann mehr oder weniger aufwendig gestaltet werden. Fehlen diese Strukturen im Klangmaterial, dann wünscht man sich eine weitere Funktion, eine Beat-Lern-Funktion. Bei dieser Funktion kann man im Rhythmus der gehörten Musik einen Taster drücken. Durch das wiederholte Drücken wird die Zeit zwischen den Tastendrücken gemittelt und man hat somit eine Frequenz, die dem Rhythmus der Musik entspricht, die meist in Beats pro Minute BPM ausgedrückt wird.

Inwieweit das Soundsignal der Software zugänglich wird, ist auch unterschiedlich. Das eingebaute Mikrofon mit automatischer Pegelanpassung ist die schnellste – schnell im Sinne des Aufbaus – Art eine Sound to Light Voraussetzung zu schaffen. Immer „galvanisch“ getrennt und sofort einsatzbereit. Leider jedoch auch anfällig für alle störenden Fremdgeräuschen wie Gläserklappern der Bar, die daneben aufgebaut sein kann. Auch hier gilt meist, dass hauptsächlich nur die Energie des Basses den Beat angibt und nicht z. B. die Obertöne einer taktschlagenden Snaredrum. Mit einem Line-Eingang hat man dann schon ein wesentlich besseres Musiksignal anliegen. Schön ist es, wenn man dann noch eine Pegeleinstellung selbst vornehmen kann. Möchte man auf die Sound To Light Funktion nicht verzichten, dann muss man bei einigen Pultsoftwarelösungen aufpassen, da diese die Toneinspielung, die im großen hardwaremäßigen Pult eingebaut ist, in der Software-PC-Lösung nicht mit der Laptop-Soundkarte zusammengeführt ist, so dass bei der PC-Lösung die Sound to Light Funktion eben ohne Funktion sein kann.

Levelmeter als Bühnenelement
Die matrixförmige Anordnung der LED-Strahler im Hintergrund als Pegelmeter schreit förmlich nach einem Pixelmapper mit Frequenzpegel gesteuerter Sound to Light Anbindung (Bild: Herbert Bernstädt)

Heute ist immer mehr Retro oder Vintage ein Thema. Umso mehr verwundert es, dass die Funktion der typischen Dreikanal-Lichtorgel mit Pausenkanal fast nirgendwo mehr zu finden ist. Dort wurde je nach Lautstärke der jeweiligen Frequenzbereiche das Licht heller geflackert. Sicher gab es bei Lauflichtern schon das Beat-gesteuerte Weitersteppen, aber der Standardeffekt war, dass beim Einsetzen der Trompeten, auch die grünen Pressglaslampen leuchteten und damit die Dynamik der Musik auch im Licht ausgedrückt wurde. Nun könnte man sagen, dass bei den Moving Lights so eine Dimmerfunktion, die die Amplitude eines Frequenzbandes in der Helligkeit steuert, nicht mehr benötigt wird. Abgesehen von der klassischen Lichtorgelfunktion: Wie wäre es, wenn mit der Amplitude der hohen Frequenzen z. B. der Tiltkanal gekoppelt wird oder sich die Effektgröße proportional zur Musikenergie verhält? Auch hier ergeben sich neue Gestaltungspotenziale. Um heute ein Levelmeter oder Pegelanzeige auf einer Lichtstellkonsole nachzubilden, muss man schon sehr in die Trickkiste greifen bzw. meist eines der selten gewordenen preiswerten Pulte einbinden, die noch Frequenzbereich selektierte Pegel in Dimmerwerte umsetzen.

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SMPTE

SMPTE steht für „Society of Motion Picture and Television Engineers”, ein Verband der amerikanischen Film- und Fernseh-Ingenieure, und bedeutet im Zusammenhang mit Lichtstellpulten eine Bezeichnung für einen Timecode, mit dem man seine Lichtshow mit herstellerunabhängigen Geräten synchronisieren kann. Die Profis aus dem Tonlager mögen die folgende Oberflächlichkeit verzeihen, jedoch geht es erst einmal nur grob um Lichtstellpulte. Mittels Timecode ist es möglich, die Lichtszenen mit anderen Geräten wie z. B. Ton oder auch etwa die Pumpensteuerung eines Springbrunnens aufeinander abzustimmen.

Screenshot SMPTE Zuordnung
Zuordnung eines Zeitstempels zu einem Ausführungsbefehl (Bild: Herbert Bernstädt)

Dazu gibt ein Gerät, das als Master deklariert wurde, einen Zeitcode aus, der einem fortlaufenden Zeitstrahl entspricht. Dieser Code ist aufgeteilt in Stunden, Minuten, Sekunden und Frames (Rahmen – Bildern) (hh:mm:ss:ff). Alle angeschlossenen Geräte (Slaves), die dieses Signal mitlesen, können nun passend zum definierten Zeitpunkt ihre Befehle ausführen. In der Praxis bedeutet das, dass bei einer Mehrspurtonaufnahme eine Spur den Timecode beinhaltet und diesen Code dem Lichtstellpult übermittelt wird. Nun kann im Lichtstellpult zu jedem Zeitpunkt des Codes ein Befehl oder eine Befehlskette ausgelöst werden, so dass z. B. mit der Musik auch passend die Moving Lights synchron agieren. Startet man die Wiedergabe des Timecodes im Lichtstellpult, wartet das Pult, bis der entsprechende Zeitcode eintrifft, um die damit verknüpften Befehle auszuführen. Folglich kann man mit dem Master auch zurückspringen und noch einmal beginnen, und das Lichtstellpult wird die gleichen Befehle an derselben Stelle noch einmal ausführen. Sehr praktisch dabei ist, dass man meist auch in der Lage ist, die zum Zeitcode zugeordneten Befehle nicht nur zu editieren, sondern auch in der Zeitposition zu verschieben. Somit kann man Fehler bei der Aufzeichnung der Timecode-Show korrigieren bzw. optimieren.

Auch der Timecode ist nicht variantenlos. Er kann z. B. in den Frames 24 Frames (Kino) pro Sekunde oder 25 Frames (Fernsehen nach PAL) bzw. sogar 30 Frames (USA-Fernsehen wegen 60 Hz und NTSC) aufweisen. Auch ist eine Unterteilung nach LTC Timecode (Longitudinal-Aufzeichnung, z. B. bei Audiorecordern) und VTC Timecode (Vertical Intervall Timecode, z. B. bei Videorecordern) vorhanden. In der Regel wird der SMPTE Timecode von hochwertigen Tongeräten generiert. Es gab sogar CD-Player auf dem Markt, die die CD-Zeitspur nutzen, um SMPTE auszugeben. Jedoch sind diese Geräte leider wieder vom Markt verschwunden, aber immer noch heiß begehrt. Also wenn einer unserer Leser so ein Gerät abgeben möchte, bitte melden.

Screenshot SMPTE
Aufzeichnung auch von Faderbewegungen mittels internem SMPTE-Zeitcode (Bild: Herbert Bernstädt)

Ist kein Tonzuspieler im System, der einen Timecode generiert, kann man im Internet auch eine Timecode-Spur zum Herunterladen finden, um sie als weitere Spur im Mehrspurgerät einzubinden und als separaten Synchronisationsweg auszugeben. Einige Lichtstellpulte generieren sich einen internen Timecode, mit dem man einen Show-Ablauf automatisieren kann. Wenn jedoch von außen kein Timecode hinzugefügt wird, dann ist der Start des eigenen generierten Timecode immer vom Knopfdruck des Operators abhängig, der dann evtl. doch danebenliegen kann.

Bei Shows, bei denen es auf exaktes Timing ankommt, wie z. B. die Einbindung von Pyrotechnik, Laser oder Automationen, in denen z. B. innerhalb von 3 Minuten 60 Motorenbefehle und 250 Cues durchgefahren werden müssen, kommt man an der Timecode-Synchronisierung nicht vorbei. Muss dann noch ein Orchester live dazu mitspielen, so hat man schon zur Synchronisation dem Dirigenten einen Kopfhörer aufgesetzt, dem einen Klick aus einer weiteren Tonspur neben dem SMPTE Code aufgespielt wurde, um das Orchester im Licht- und Bewegungstakt zu synchronisieren.

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MIDI

MIDI steht für Musical Instrument Digital Interface. Auch hier ist der Grundgedanke, das herstellerunabhängig verschiedene Geräte miteinander kommunizieren können. Zunächst stand dabei im Vordergrund, Musikinstrumente mit unterschiedlichen Befehlen wie „Note an“ oder „Note aus“ anzusteuern. Einige Lichtpulthersteller haben sich dieser Kommunikationsform bedient und können somit Geräte untereinander koppeln. Dies kann in der Form erfolgen, dass man zwei Geräte eines Herstellers oder sogar nur eines Typs eines Herstellers miteinander verbindet und somit eine Erweiterung schafft, umso z. B. statt 16 Scanner nun gekoppelt 32 Scanner über das mit MIDI gekoppelte Pultpaar steuern zu können.

Screenshot Midi zuordnung
Zuordnung eines Pultbefehls zu einem MIDI-Befehl (Bild: Herbert Bernstädt)

Heute werden den Noten-Befehlen des MIDI-Signals meist Lichtpultbefehle zugeordnet, so dass man mit MIDI-Controllern als Faderwings bzw. als Stellreglererweiterung ein Lichtstellpult erweitern kann. Auch hier gibt es komfortable Lösungen sowie rudimentäre Ansätze. Einige Geräte arbeiten bidirektional, so dass auch motorgetriebene Fader eines MIDI-Controllers unterstützt werden, was gerade beim Umschalten einer Faderbank sehr benutzerfreundlich ist. Allerdings werden nur eingeschränkte Befehle zugelassen, so dass viel Komfort auf der Strecke bleibt.

Neben der Erweiterung des Pults oder als Bedientastenerweiterung über MIDI-Controller kann der MIDI-Notenbefehlsvorrat auch zur Synchronisierung oder automatischem Showablauf dienen, wenn man die Auslösung von Cues und Sequenzen von einem Sequenzer aus steuert, der damit als Master alles steuert. Jedoch hat sich auch MIDI im Laufe der Zeit weiterentwickelt, und so steht zur Synchronisation nun auch ein MIDI Timecode zu Verfügung, der nun genau wie SMPTE eine absolute Zeitdarstellung ist, die Synchronisation erlaubt und sogar das gleiche Zeitraster nutzt – Stunde – Minute – Sekunde und Frames. Neben dem MIDI Timecode dient auch die MIDI Clock zur Synchronisation, ist jedoch mehr für Loops von DJ und Sequenzern gedacht, die mittels BPM bzw. auf jede 96tel Note genau starten und stoppen wollen. MIDI steht aufgrund der großen Verbreitung, insbesondere weil es fast auf jeder Soundkarte und Gamecontroller zu finden ist, immer mehr im Vordergrund.

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DMX In

Der DMX-Eingang wird gerne als Möglichkeit einer „Wing-Erweiterung“, als Anschlussmöglichkeit eines weiteren unabhängigen Lichtstellpults, z. B. zur Saallichtsteuerung, oder zur Übernahme von vorhandenen Lichtshows, verwendet. Folglich kann der DMX-Eingang, der bei vielen Pulten auf der Gehäuserückseite als 5-poliger XLR-Steckverbinder zu finden ist, auf unterschiedliche Weise bei einem Lichtstellpult verarbeitet werden, indem man den Betriebsmode umschalten kann. Deshalb ist es wichtig im Vorfeld zu prüfen, in welchem Mode der DMX-Eingang genutzt werden kann.

Screenshot DMX Zuordnung
DMX-In als Fader-Erweiterung / Konfiguration (Bild: Herbert Bernstädt)

Unter Wing-Erweiterung verstehen wir, dass man die Anzahl der Playback-Fader oder die Schieberegler der Submaster des eigentlichen Lichtstellpults erweitern will, indem man ein zweites einfaches DMX-fähiges Preset-Pult anschließt. Die DMX-Werte, die dann vom DMX-Eingang empfangen werden, lösen entsprechend einer selbst zu erstellenden Zuweisung die Befehle aus. Der über DMX-In zu verbindende Befehlsvorrat kann von Pult zu Pult sehr unterschiedlich ausfallen. In der Regel können aber mindestens die Playbackfader bzw. Submaster in der Aussteuerung von einem DMX-Kreis gesteuert werden. Für das Auslösen einer Taste wie z. B. Go opfert man meist den ganzen Wertevorrat eines DMX-Kreises. Deshalb ist es sinnvoll, wenn man den DMX-Eingang als Wing-Erweiterung einsetzen will, dementsprechend die Playbacks im Pult, auf die das Wing zugreifen soll z. B. mit Auto-Go einzurichten, wenn der Fader über null gezogen wird, bzw. Auto-Release, wenn er wieder auf null zurückgezogen wird. So kann der DMX-Eingang als preisgünstige Wing-Erweiterung eingesetzt werden.

 

Screenshot DMX in Abspeichern
DMX-In Mergen und Abspeichern (Bild: Herbert Bernstädt)

Eine andere Möglichkeit den DMX-Eingang zu nutzen, wenn es das Lichtstellpult erlaubt, wäre als DMX-Merger-Funktion. Dabei wird das eingehende DMX-Signal einfach zum DMX-Ausgang des Lichtstellpults durchgeschleift. Dies kann genutzt werden, wenn man z. B. im Gastspielbetrieb unterwegs ist und als Gast die vorhandene Haus- oder Saallichtsteuerung, die auch über ein DMX-Pult gesteuert wird, mit einzubinden. So braucht das Haus- bzw. Saallicht nicht umgepatcht werden und kann einfach über das Hauptpult mit auf den DMX-Ausgang durchgeschleift werden. Diese Funktion könnte auch ein externer Merger durchführen, jedoch haben einige Pulte mit der DMX-In Merge-Funktion noch den zusätzlichen Vorteil, dass man über den DMX-In noch mit einem Summensteller bzw. Master Einfluss auf die DMX-Werte nehmen oder über den Patch Kreise sperren oder begrenzen kann. Damit behält das Hauptpult noch eine letzte Eingriffsmöglichkeit gegenüber einer externen Merger-Box.

Der letzte DMX-In Mode stammt eher aus der Zeit, als mit Lichtstellpulten ausschließlich Dimmerkreise verwaltet wurden. Hier wurde mit dem DMX-In z. B. komplette Lichtszenen, die mit einem vorigen Lichtstellpult erstellt wurden, in das aktuelle Lichtstellpult eingespielt, um diese eingehende Lichtstimmung als eine eigene Lichtstimmung bzw. Cue abzuspeichern. Somit konnten ganze Shows von einem Lichtstellpult zu einem anderen übertragen werden. Dies wurde insbesondere bei Theaterbetrieben genutzt, wenn ein Lichtstellpult erneuert wurde. Bei den heutigen Hybridpulten ist dies nicht mehr von Bedeutung, da mit Einsatz der bewegten Scheinwerfer man zwar noch die DMX-Werte eines anderen Lichtstellpults aufnehmen kann, aber bei Verwendung von bewegten Scheinwerfern die Funktionen wie unterschiedliche Behandlung von Dimmerwerten zu Bewegungskreisen, um nur HTP und LTP zu nennen, nicht mehr aufgeschlüsselt werden können, da ja alle eingehenden DMX-Kreise stumpf als HTP-Dimmerkreise behandelt werden. So kann man zwar eine Szene als Snapshot aufnehmen, aber ein nachträgliches Anpassen von Pan und Tilt ist aufgrund der Zuordnung der Moving-Light-Patches nicht möglich bzw. sehr unkomfortabel.

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Agenda

Der Begriff „Agenda“ beschreibt weitläufig was getan werden muss und benennt im Bereich der Lichtstellpulte eine Kalenderfunktion, bei der zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Funktion am Lichtstellpult ausgeführt wird. Man kann also bei einer Agenda-Funktion Wochentag und Uhrzeit wählen und dann bei Eintreffen dieses Ereignisses z. B. einen Cue starten. Das ist sehr praktisch im Architainment-Bereich, um z. B. abends die Fassadenbeleuchtung zu starten, und allen anderen Ereignissen, die zeitabhängig ablaufen müssen. Funkuhren dafür in Lichtstellpulten einzusetzen ist heute schon Standard, damit automatisch Sommerzeit und Winterzeit umgestellt wird. Abgesehen davon ist eine Funkuhr immer richtig „gestellt“.

Das ist auch dann vorteilhaft, wenn man z. B. zur Silvester-Gala den Countdown über die Agenda steuern lässt, denn dann kann der Operator schon mal die Sektflasche öffnen. Interessanter wäre die Funktion insbesondere für den Architainment-Sektor, wenn man die Bedingung zum Auslösen des Ereignisses, eine Abfrage auf externe Signale z. B. von digitalen oder analogen Eingängen am Pult durchführen kann.

Zur Erläuterung: die Uhrzeit ist das Ereignis, das einen Befehl triggert also z. B. eine Cue aufruft. Wenn man nun zwei Ereignisse mit einer Bedingung verknüpfen könnte, wie z. B. Uhrzeit mit Umgebungshelligkeit, die mit einem Fotosensor an einem Eingang vom Stellpult anliegt, dann könnte man z. B. die Fassadenbeleuchtung auslassen, wenn es noch zu hell draußen ist bzw. zuschalten, wenn es stark bewölkt ist. Dies wäre auch zur automatischen Steuerung von Museen oder Themenparks sehr praktisch.

Eine Steigerung davon findet man nur noch bei Kreuzfahrtschiffen, die aufgrund der Bewegung über das Meer nicht nur die Zeitzonen wechseln, sondern je nachdem, ob sie auf der Süd- oder Nordhalbkugel unterwegs sind, auch unterschiedliche Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten berücksichtigen müssen. Hier hilft zusätzlich ein GPS-Empfänger im Pult, die wechselnden Bedingungen zu berücksichtigen, um das Licht auf dem Schiff optimal und vor allem automatisch anzupassen.

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Zugriff

Welcher Operator hat es noch nicht erlebt, dass er nach einer kurzen Pause zu seinem Pult zurückkommt und irgendjemand, sei es ein Gast oder einer der lieben Kollegen, das Pult verstellt hat oder irgendwas auf den Knöpfen gedrückt hat. Aber abgesehen von solchen Neckereien, gibt es auch andere Personen, die zwar eine Show fahren sollen, aber nicht umprogrammieren dürfen. Das Bedürfnis sein Pult vor fremden Zugriff schützen zu wollen bzw. den Speicherbereich abzusichern, ist schon so alt wie es Lichtstellpulte gibt.

Früher waren Schlüsselschalter gern gesehen, mit denen man mit drei Schaltstellen das Abspeichern und den Zugriff sperren konnte. Mit einem Blick war anhand der Schalterstellung zu sehen in welchem Mode sich das Pult befand. Nachteilig war nur, wenn der Schlüssel verloren ging oder abgebrochen wurde. Heute sperrt bzw. entsperrt man zum Schutz vor spontanem Fremdzugriff die Pulte mit einer Tastenkombination und/oder einem Passwort. Bei den Zugriffsberechtigungen hat sich entsprechend der Komplexität eines Lichtstellpult-Netzwerks ebenso einiges getan. So ist man in der Lage für beliebig viele Benutzer verschiedene Ebenen von Zugriffsmöglichkeiten zu erstellen. So können z. B. einige Benutzer nur die LED-Wände in „ihrer“ Lichtwelt verändern oder aber Cues speichern, aber nicht den Patch verändern.

Control City
Gesperrtes Pult bei typischer Multiuser-Anwendung (Bild: Lightpower)

Diese Anforderung ist notwendig, wenn man mit mehreren Operator an einer Show gleichzeitig arbeiten muss, wie es z. B. beim Eurovision Song Contest der Fall ist. Aufgrund der relativ kurzen Einrichtzeiten für über 20 Musikgruppen, die jeweils einen eigenen Look verlangen, und der großen Masse an lichtgebenden Elementen, sei es konventionelles Licht, Moving Lights, kreative LEDs sowie Videoanimationen muss mit mehreren Operator parallel gearbeitet werden. Das ist leider nicht so trivial, wie es sich erst einmal anhört.

Denn wenn einer auf den Speicherknopf drückt, wie verhalten sich die anderen Pulte in dem Netzwerk? Werden dann bei den anderen Pulten die gerade anstehenden Werte auch in eine Sequenz mit abgespeichert? Hat ich der Operator mal vertippt und statt Fixture 12 Fixture 112 mit Locate verstellt, ein Fixture, das gerade vom anderen Kollegen fokussiert wurde? Welche Sequenz ist gerade die aktive, wenn der Kollege daneben gerade einmal eine andere Sequenz eröffnet? Dies bedarf einer guten Vorausplanung und einer gewissen Disziplin der Bediener. Dennoch kann ein Lichtstellpult diese Vorgehensweise unterstützen, indem man sogenannte Welten eingerichtet, Damit wird festgelegt, welcher Operator Zugriff auf welche Scheinwerfer-Welten erhält. So ist das ungewollte Übergreifen zumindest verhindert.

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Kleine Helferlein

Auch hier geben verschiedene Pulthersteller den Funktionen unterschiedliche Namen und auch der Funktionsumfang ist manchmal sehr abweichend, so dass hier nur eine knappe Auswahl erfolgen kann.

Mit Freeze kann man den aktuellen Lichtstand auf der Bühne einfrieren. Das ist sehr praktisch, wenn man genau das Bild beibehalten will, aber im Hintergrund am Pult etwas Anderes durchführen möchte, ohne dass dies als Lichtwechsel auf der Bühne zu sehen ist. Jedoch ist meist damit zu rechnen, dass beim Aufheben von Freeze das Pult in ein anderes Licht springt, je nachdem was man so alles an lichtverändernden Cues gedrückt hat.

Besser, um im Verborgenen zu arbeiten, ohne dass man die Auswirkung auf der Bühne sieht, wäre die Funktion Blind. Hier kann man auch im Arbeitsregister arbeiten, während ein anderes Register z. B. die aktuelle Show wiedergibt. Der Vorteil hier ist, dass kein Lichtsprung riskiert wird und man dennoch Cue-Listen und Szenen verändern kann. Man muss nur wissen, was man tut, denn eine optische Kontrolle ist ja nicht gegeben, da man wie der Name schon sagt „Blind“ arbeitet bzw. das Bühnenlicht von anderen Registern gespeist wird.

Eine andere Freeze-Funktion ist z. B., wenn man über einen Effekt seine Moving Lights kreisen lässt und mit Freeze die Bewegung der Pan/Tilt-Parameter einfriert. Das kann man sehr gut in der Show anwenden, wenn die Akteure auf der Bühne mal kurz in ihren Aktionen ausbrechen, um die Zuschauer zu animieren. Auch hier ist die Behandlung der Funktion nach dem Aufheben unterschiedlich. Gewünscht wird meist, dass die Moving Lights sich dann weiter von dort aus bewegen, als ob der Effekt gestoppt wurde. Aber manche Pulte springen dann und geben die Pan/Tilt-Werte wieder dahin frei, wo sich gerade der Effekt befindet, der unaufhörlich im Hintergrund weitergelaufen ist.

In dem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass es sehr praktisch sein kann, wenn ein Pult es erlaubt, die Effektauslenkung und Effektgeschwindigkeit auf Fader zu legen, damit man während der Show auf die Effektgröße (z. B. die Kreisgröße eines Pan/Tilt-Effekts) und die Geschwindigkeit des Kreises proportional mit Schiebereglern live zugreifen kann. Noch schöner ist es, wenn man mehrere Zeit- und Umfangfunktionen nebeneinander parallel im Zugriff hat. Manchmal werden dazu Gruppen von Effekten zu einem Zeit- bzw. Umfangs-Steuerkanal zusammengefasst. Die Solo-Funktion arbeitet ähnlich wie bei einem Tonpult auch, dass bei Aufrufen der Cue oder Sequenz, die als Solo definiert wurde, alle nicht beteiligten Scheinwerfer auf 0 % Dimmwert gesetzt werden. Das ist sehr praktisch, wenn z. B. eine spontane Rede gehalten wird, die Konzentration auf diese Person geht, und nach Auflösung alles wieder beim alten ist.

Im Theater wird auch oft eine Funktion namens Learn Profile gefordert. Darunter verstehen wir die Möglichkeit, die mit Hand ausgeführte Überblendung als automatisierte Faderbewegung abzuspeichern. So kann während der Beleuchtungsprobe eine schwierige Handüberblendung geprobt werden und dieser Überblendvorgang abgespeichert werden, so dass bei allen Vorstellungen diese Überblendung die gleiche Qualität wie beim Proben aufweist. Mit Work Around (drum herum arbeiten) bezeichnet man einen Lösungsweg, der zum selben Ziel führt, aber keine spezielle Funktion existiert, um etwas Bestimmtes auszuführen. Also ein Work Around bei einem fehlenden Learn Profile wäre z. B., die Faderbewegung mit dem SMPT internen Zeitcode aufzuzeichnen. So kann man auch eine von Hand erstellte Überblendung immer in der gleichen Qualität wiedergeben.

Um Work Arounds mit nur einem Tastendruck zu realisieren bzw. die Funktion letztendlich doch mit nur einem Tastendruck auszuführen, haben sich Macros bewährt. Unter Macros verstehen wir meist, dass hinter einem Macro mehrere Befehle sequenziell abgearbeitet werden. Dazu muss man erst ein Macro erstellen, indem man z. B. eine Macro-Learn-Funktion ausführt, die dann alle Tastendrücke am Lichtstellpult mit protokolliert, um dann nach der Aufnahme und erneutem Abspielen, nachdem man das Macro einer Macro-Taste zugeordnet hat, diese genauso wiedergibt. Anstatt die Tastendrücke aufzuzeichnen, gibt es auch Lichtstellpulte, die die Befehlseingabe nicht nur als Tastendruck erlauben, sondern als geschriebenen Befehl. Dazu wird meist eine Befehlszeile – die Commandline – genutzt. Anstatt z. B. die Tasten Goto, Cue, 1 und 7 zu drücken, schreibt man in die Befehlszeile mit der Qwerty-Tastatur goto cue 17 ENTER. Mit Enter wird dann die Befehlskette interpretiert als ob man die Tasten gedrückt hätte. Kollegen, die sehr oft mit dem Lichtstellpult arbeiten, erreichen damit deutlich schnellere Zeiten als Kollegen, die weiterhin die Tasten drücken müssen. Meist kann man mit diesen Befehlszeilen-Codes dann auch Macros erstellen.

Und wenn man jetzt schon bei Befehlszeilen wie bei einem PC aus der DOS-Zeit sind, kommen wir zu den Funktionen Copy und Paste bzw. Kopieren und Einfügen. Moderne Lichtstellpulte nutzen diese Befehle genauso universal wie wir sie an unserem PC nutzen. Hier kann man Szenen, Cues oder Sequenzen ausschneiden, einfügen und kopieren, wie man es benötigt. Je nach Pult und Leistungsumfang können auch Fixtures oder Effektabläufe auf andere Fixtures übertragen werden. Die Spitze des Eisbergs dieser Funktion wird erreicht, wenn das Pult auch die Übertragung unterschiedlicher Scheinwerfer erlaubt, welche auch unterschiedliche Funktionen wie RGB zu CMY oder – noch krasser – zu zwei Farbrädern erlaubt. Natürlich müsste man dann noch die Presets anpassen, aber mal eine Ersatzlampe eines anderen Herstellers in die alte Show zu integrieren ist schon eine Ansage.

Bleibt noch abschließend, dass neben der Help-Funktion, die die selten gebrauchten Funktionen und deren Eingabesyntax erklären soll und die Undo-Funktion oft sehr viel Nerven sparen können, wenn man sich in der Hitze des Gefechts doch mal verdrückt hat oder der Regisseur meint, dass er es nicht so gemeint hatte. Je nach Pult können viele oder gar alle Funktionen rückgängig gemacht werden und auch entsprechend mehr oder weniger Schritte zurückgegangen werden, was aufgrund der komplexen Behandlung eines Rückwärtsgehens sehr viel Datenaufwand bedeutet.

Es ist unmöglich hier auf jede Funktion, die die Lichtstellpult-Industrie entwickelt hat, einzugehen. Auch werden die Entwicklungszyklen immer kleiner, denn die Komplexität der Anforderungen, wie auch die neuen Möglichkeiten der Scheinwerfer, werden immer größer. Ergo werden viele Funktionen in der zweiten und dritten Ebene verborgen bleiben, da sie meist nur bei bestimmten Situationen benötigt werden. In der Regel bleiben dann diese Funktionen auch ungenutzt, da der Operator, der mit Standardaufgaben beschäftigt ist und unter enormem Zeitdruck arbeitet, nicht die Muße findet, auf Entdeckungsreise zu gehen, um eine dieser Spezialfunktionen zu entdecken. Sollte dann der Fall einer möglichen Anwendung eintreten, dann hat der Operator meist den Weg dorthin bereits vergessen oder aufgrund der unsicher gemerkten Syntax, ist ihm das Risiko zu hoch diese Funktion anzuwenden, wenn er sich nicht sicher ist, wie genau diese Funktion reagiert, da die Gefahr, das bisher Erstellte zu zerschießen, immer latent im Hinterkopf mitschwebt.

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