Licht

Arbeitserleichterung durch Zwischenspeicher

Indirekte Adressierung durch Presets bzw. Paletten

Unter Paletten, die andernorts auch Presets genannt werden, versteht man Speicherplätze, die bestimmte Parameter einer Funktionsgruppe abspeichern. Diese Presets bzw. Paletten können später beim Programmieren des Szenenbilds abgerufen werden und geben dann die Werte wieder, die ihnen bei der Erstellung mitgeteilt wurden.

Bedienfeld eines Lichtstellpultes
Presetpult und Presets – klingt verwandt, sind aber zwei völlig unterschiedliche Dinge. Deshalb werden bei einigen Pultherstellern die Presets lieber als Paletten bezeichnet. (Bild: Herbert Bernstädt)

 

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Legt man zunächst Presets an (z. B. Positions-Presets wie Position Redner, Position Spiegelkugel, Position Flächenlicht), kann bei der Erstellung einer Lichtszene einfach auf die vorbereiteten Positionen zurückgegriffen werden, anstatt die Werte jeweils neu manuell einzustellen. Denn bei vielen weiteren Cues werden die Scheinwerfer oft auf genau das gleiche Objekt ausgerichtet. Mit dem Zwischenspeicher Preset muss man die absoluten Werte also nur einmal festlegen, während alle weiteren Cues dann nur noch durch Aufrufen der bereits festgelegten Preset-Werte erstellt werden. Es ist also eine enorme Arbeitserleichterung, wenn man zunächst Presets einstellt und daraus später seine Licht-Cues erstellt.

Wurde das Szenenbild bzw. die Licht-Cue über die bereits vorher erstellten Paletten (Presets) aufgebaut, so werden in der Cue nur Verknüpfungen zur Preset-Speicherstelle gespeichert und nicht der Inhalt der Preset-Speicherstelle – nur das Preset selbst speichert die absoluten Werte. Wird nun die Cue-Liste durchgefahren, so bezieht sich der aufgerufene Cue auf das Preset und somit erst indirekt auf die darin enthaltenen absoluten Werte. Ändert sich der Inhalt der Palette, so werden alle Cues, die sich wiederum auf diese Palette beziehen, auch mit den geänderten Werten geladen – ideal für nachträgliche Änderungen wie z. B. Positionen. So müssen bei Wechsel des Produktionsstandorts nicht bei allen Cues neue Positionen einprogrammiert werden, sondern es werden nur die Paletten korrigiert und die Szenenliste greift dann auf die neuen Inhalte zurück.

Je nach Lichtstellpult können Presets bestimmte Attributgruppen beinhalten – wie z. B. Pan und Tilt für Bewegung, Farbräder, CMY- und RGB-Farbmischsysteme für Farb-Preset, aber auch kombinierte Presets wie Farbe und Beam. Auch besteht die Möglichkeit nur bestimmten Gruppen von Scheinwerfern die Eigenschaften der Attribute in einem Preset zuzuordnen, während andere Scheinwerfer des gleichen Typs bei Aufruf des Presets unbeeinflusst bleiben.

Grafik der indirekten Adressierung beim Lichtstellpult
Ein Preset / Eine Palette ist eine indirekte Wertübergabe (Bild: Herbert Bernstädt)

 

 

Schaubild Preset funktion
Alle Cues, die über ein Preset aufgebaut wurden, verweisen beim Aufrufen der Cue auf das Preset und die darin evtl. gemachte Änderung (Bild: Herbert Bernstädt)

 

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