Licht

Abspeichern und Wiedergabe von Lichtstimmungen

Zeig mir den Go-Taster an deinem Pult und ich fahr dir die Show. Das funktioniert bei einer fertig programmierten Show, jedoch bis die Cues im Speicher ihren richtigen Platz gefunden haben, bedarf es doch weiterer Kenntnis vom Stellwerk.

Nachdem man ein Szenenbild über Presets, Gruppen oder Effekten eingerichtet hat, könnte man jetzt einfach auf Store bzw. Speichern drücken und das Szenenbild wird gespeichert. Dass man beim späteren Aufrufen dieses Speichers ein anderes Bild sieht, als man glaubt abgespeichert zu haben, kann viele Gründe haben. Zunächst muss man zur Ehrenrettung der Lichtstellpulte festhalten, sie tun genau das was man ihnen sagt. Wenn etwas Anderes als Ergebnis erscheint, dann hat man sich in der Pultsprache nicht klar genug ausgedrückt. Gehen wir nun auf die Frage ein, was wurde gespeichert und wohin.

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<< Inhaltsverzeichnis >>

Store

Quelle

Filter

Ziel

Go

Play


Store

Eine beliebte Vorgehensweise bei einer Pultschulung ist die Erstellung dreier Szenen mit drei Dimmerkreisen bzw. Scheinwerfern. Man stellt Kanal 1 auf 100 % und speichert Cue eins. Man löscht das Arbeitsregister, stellt Scheinwerfer 2 auf 100 % und speichert den zweiten Cue der neu erstellen Sequenz. Genauso geht man auch mit dem dritten Kanal vor. Dann löscht man erneut das Arbeitsregister und bedient das Playback. Spätestens bei dem Aufrufen der zweiten Cue fragen sich einige, warum der erste Scheinwerfer noch leuchtet. Und schon hat man als Dozent die Steilvorlage Tracking, Cue Only und Block-Stimmungen zu erklären.

Wir hatten im Kapitel Tracking das Tracking behandelt und wollen es hier auch nicht wiederholen. Aber wenn man nun die meist rot gekennzeichnete Speichertaste drückt, muss es doch möglich sein auch das abzuspeichern, was ich gerade als Operator auch wünsche. Dazu kann man bei einigen Lichtstellpulten im Setup die Einstellungen oder Voreinstellungen ändern, oder das Lichtstellpult öffnet einen Dialog bzw. Popupfenster. Oder man muss diesen Dialog erzwingen.

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Quelle

Meist besteht die Möglichkeit das Speichern auf die verschiedenen Quellen-Bereiche einzustellen. So wird oft Cue-Only oder Block-Stimmung als Option einzustellen zu sein, womit dann alle Lampen, egal ob sie angewählt wurden oder deren Parameter unverändert geblieben sind, als Cue abgespeichert werden. Zeitweise wird dies auch mit DMX-Output bezeichnet, um klar zu machen, dass alle Werte übernommen werden. Damit hat man eine Ausgangsbasis für ein anschließendes Tracking oder belässt die Cue-Only-Einstellung als Grundeinstellung für theatermäßiges Arbeiten.

Nun kann ein Lichtstellpult auch DMX-Eingänge verarbeiten. Spätestens in diesem Moment wünscht man sich weitere Speicheroptionen. Beispielsweise wenn man eine Block-Stimmung speichert, werden dann die gemergeten DMX-Kreise des externen Pults mit abgespeichert oder ignoriert? Wenn man nur den DMX-Output speichert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bestimmten Channeln zugeordnete Parameter wie Delayzeiten einzelner Kreise nicht mitgespeichert werden, da das Pult ja nur den DMX-Output als absolute Werte in den Speicher übernimmt und nicht wie bei einer Block-Stimmung alle Scheinwerfer mit allen Parametern, aber auch allen Zeiten der Parameter. Folglich ist es auch bei einigen Lichtstellpulten möglich, wenn individuelle Zeiten für einzelnen Attribute oder Scheinwerfer hinterlegt sind, zu wählen ob diese in der Lichtstimmung gespeichert werden sollen oder die voreingestellte Überblendungszeit der Cue selbst.

Screenshot Speicherbefehl
Definition was und wie gespeichert wird. Erzwungener Aufruf hier durch länger gedrückt gehaltene STORE Taste. (Bild: Herbert Bernstädt)

Dann besteht bei einigen Pulten noch die Möglichkeit, wenn für eine bestimmte Bewegung ein Effektgenerator die Quelle ist, die Lampe mit dem zugehörigen Effekt als Verlinkung abzuspeichern, oder nur die absoluten Werte aus dem Effekt herausgelöst. Beim ersten Mal würde eine Änderung an der zugehörigen Effekt-Engine, wie z. B. das Tempo, automatisch in der Cue mit verändert sein, beim zweiten Mal würden Änderungen am Effekt keine Auswirkung auf die Lampe haben. Die Quelle der gespeicherten eingerichteten Lampen kann oftmals weiter definiert werden, wie z. B. „Speicher nur die Lampen, die im Programmer verändert wurden oder diese Lampen und alle Lampen die jetzt noch über Submaster aktiv sind.“

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Filter

Komplexe Lichtstellpulte erlauben darüber hinaus auch eine weitere Filterung, ähnlich wie bei der Behandlung von Presets, dass man nur bestimmte Attribut-Typen abspeichert, wie z. B. Pan und Tilt. Diese Vorgehensweise der gefilterten Programmierung kann bei einer strukturierten Programmierung im späteren Livebetrieb viele Vorteile bringen. Bevor einzelne Szenen als komplettes Bild eingestellt und abgespeichert werden, wie man es im Theater oft macht, beginnt man hier damit mehrere Playbacklisten zu erstellen, die nur bestimmte Attribute verändern. Beispielsweise eine Playbacksequenz nur mit Farbenspielen, eine Playbacksequenz nur mit Bewegungen (Pan und Tilt), ein Register nur mit Beam- und Gobo-Attributen und eins nur mit Dimmer- und Strobe-Attributen. Aus diesen Playbacks kann dann live eine unendlich neue Anzahl von kompletten Szenenbilder zusammengestellt werden, indem man eine Bewegung mit einem anderen Farbmuster wechselt und dann sporadisch einen Strobeeffekt darüber laufen lässt.

Dabei haben sich folgende Unterteilungen herauskristallisiert: die Helligkeit mit Dimmer und Shutter, die Ausrichtung mit Pan und Tilt, Farben und als vierte Gruppe Gobos zusammen mit Zoom und Fokus sowie anderen strahlbeeinflussenden Funktionen. Gerade bei Veranstaltungen, bei denen man sehr frei in der Lichtgestaltung während des Abends ist, als Paradebeispiel im Discozelt, ist diese Art und Weise hervorragend geeignet. Zwar könnte man nun einwerfen, dass man das doch auch alles mit Anwählen und Aufrufen von Presets live gestalten könnte.

Screenshot speicher-Filter
Es werden nun nur bestimmte Attributtypen gespeichert (Bild: Herbert Bernstädt)

Die Abspeicherung in Playbackregister der gleichen Presets hat jedoch einfach den Vorteil, dass man z. B. mit dem Playbackfader die Helligkeit im direkten Zugriff hat und wenn es das Pult auch erlaubt, auch die Effektgröße, also den Kreis den das Moving Light fährt, auf einen Fader legen kann, oder die Geschwindigkeit der Effekte zentral auf mehreren Playbacks gleichzeitig verändern kann. Auch ist die An- und Abwahl der einzelnen Playbacks übersichtlicher als das Arbeiten im Programmer. Auch besteht hierbei die Möglichkeit genaue Szenenbildersequenzen zu programmieren, die dann anschließend mit Sound to Light oder einer Tap-Speed-Lernfunktion, sequentiell abgearbeitet werden.

An diesem Beispiel wird auch schnell deutlich, dass man für diese Anwendung sehr gerne viele Playbackfader im direkten Zugriff wünscht, worauf die Pulthersteller mit Expansion Wings reagieren, die weitere Faderbänke zur Verfügung stellen oder zumindest die Möglichkeit bieten mittels DMX-In- oder MIDI-Befehlen, also von externen Controllern aus, einen direkten Zugriff auf verborgene bzw. virtuelle Playbackregister zu erlauben.

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Ziel

In der Regel erfolgt die Syntax – Was soll ich tun – gefolgt mit der Angabe der Parameter bzw. detaillierten Einstellung des Befehls, die dazu nötig sind – und wohin soll das Ergebnis. Je nach Komfort des Lichtstellpults kann eine automatische Annahme erfolgen. Bei einigen Pulten, die eine zentrale Stimmungsliste aufweisen, wird einfach mit jedem Speicherbefehl eine weitere Stimmung abgespeichert. Einfache Pulte nummerieren diese Szenen automatisch um eins aufsteigend. Wird es aber notwendig zwischen zwei Stimmungen eine weitere Stimmung dazwischen zu schieben, dann besteht oftmals die Möglichkeit mit einer Punktstimmung zu arbeiten. Was bei den Amerikanern der Punkt ist, ist dem Deutschen sein Komma.

Kurz, so wird der Stimmung 3 eine Stimmung 3,5 bzw. 3.5 dazwischen vor der Stimmung 4 gesetzt. Man versucht mit der Wahl der Mitte weiteren Raum für Zwischenstimmungen davor und danach frei zu lassen. Es gibt auch Pulte, die keine Zwischenstimmungen zulassen, bei denen gehen die Operator einfach in 10er-Schritten von Cue zu Cue. Meist haben diese Pulte aber die Möglichkeit die Nummerierung automatisch noch einmal neu durchzuführen, so dass man auch bei verfahrenen Beleuchtungsproben genügend Stimmungen dazwischen bekommt. Erlaubt das Lichtstellpult die Verwaltung mehrerer Szenenlisten, dann muss beim Lichtstellpult mit dem Speicherbefehl definiert werden in welche Szenenliste abgespeichert werden soll.

Dazu muss bei einigen Pulten die gewünschte Liste, in die gespeichert werden soll, angewählt bzw. selektiert werden. Damit erfolgt dann bei jedem weiteren Speicherbefehl das Anlegen einer weiteren Cue in der selektierten Liste. Diese Anwahl kann auch erfolgen indem die Taste eines Playbackregisters nach dem Speicherbefehl gedrückt wird. Damit legt das Pult eine neue Sequenz an, Sequenz bedeutet hier auch Stimmungsliste, also das Aneinanderreihen von Lichtstimmungen, sprich Sequenzen. Wird mit einem zweiten Speicherbefehl auf diese Liste gezeigt, dann gibt es Pulte, die im Dialog das weitere Vorgehen abfragen, ob man das vorige dort Gespeicherte verwerfen möchte (remove), zur vorhandenen Stimmung hinzufügen (merge) oder eine neue Stimmung als Cue anhängen möchte (create a secound Cue).

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Go

Nachdem man seine Lichtstimmungen wegespeichert hat, kommen wir zum Anfang zurück und lassen uns den Go-Taster zeigen, um die Show abzufahren. Jetzt gibt es zwei grundsätzliche Sorten von Wiedergaberegistern, die auch ihren Ursprung den zwei verschiedenen Welten verdanken. Einmal haben wir die Playbackregister, die optimiert wurden, um eine einzelne Szenenliste mit größter Einflussnahme wiedergeben zu können. Dieser Typ wurde bzw. wird von den Theaterbetrieben gefordert. Dieses Playback wird meist mit zwei Schiebereglern mit extra langen Schiebewegen in hochwertiger Qualität ausgeführt, so dass der Lichstellwerker einer Überblendung sehr feinfühlig von Hand betätigen kann.

Zweifach Playback
Zwei Playbackregister eines typischen Theaterpults (Bild: Herbert Bernstädt)

Es gibt durchaus Regisseure, die eine Überblendung entsprechend einem längeren Schauspielermonolog gefahren haben wollen, so dass z. B. bei dem einen Satz 40 % überblendet sein müssen und beim übernächsten Satz 50 %. Und da Schauspieler bekanntlich von Tag zu Tag unterschiedlich lange benötigen – wir hatten bei einer Vorstellung z. B. eine Abweichung der Showlänge von mehr als 45 min. bei gleicher Pausenlänge – dann weiß man, dass man mit programmierten Zeiten nicht weiterkommt und mit der Hand überblenden muss. Hier möchte man auch genügend Platz zum Aufstützen des Handballens haben und verachtet motorgetriebene Schieberegler, da der Motorwiderstand bei der Handüberfahrt eher stört. Dies sind natürlich künstlerische Sonderfälle, die Anwendung finden, wenn immer derselbe Lichtstellmann hinter dem Pult sitzt, mit dem diese Szene auch geübt wurde.

In der heutigen Theaterlandschaft wechseln sich die Lichtstellwerker nach der Schicht ab. Der Kollege, welcher der Probe beigewohnt hat, muss nicht derjenige sein, der abends die Vorstellung fährt. Aus diesem Grunde ist man deshalb übergegangen immer mehr über Timer zu fahren. Wurde eine Zeit für eine Überblendung definiert, dann ist diese Überblendung in jeder Show gleich und hat damit eine gleichbleibende Wiedergabequalität, egal wer den Go-Taster für eine zeitgesteuerte Überblendung drückt. Denn bei den größeren Shows erhält der Lichtstellwerker vom Inspizienten bzw. dem Show-caller seinen „Drück“-Befehl. Um bei längeren programmierten Überblendzeiten einfach die zeitlichen Varianten der Akteure berücksichtigen zu können, haben einige Lichtstellpulthersteller einen Speed-Beschleunigerhebel eingebaut. Mit Ihm wird die Überblendung beschleunigt oder verlangsamt. Diese Funktion hat bei den Theaterleuten große Akzeptanz und Freunde gefunden und wird auch heute gerne wieder in das Lichtstellpult integriert.

Größere Änderungen wie z. B. der Schauspieler springt einfach zwei Szenen weiter, müssen aber ebenso pariert werden. Für diese Zwecke sind dann Tasten wie Goto, Hold oder Back sehr praktisch. Mit Hold oder Pause wird die Timer-gesteuerte Überblendung eingefroren, bis ein erneutes Go die Timer-Überblendung frei gibt.  Mit Back wird aus der gerade anstehenden Überblendung wieder zurück zur Ausgangsstimmung gefahren. Und hier gibt es bereits beachtliche Unterschiede in der Behandlung der Befehle. Wird er Back-Befehl z. B. mit der programmierten einlaufenden Zeit, der programmierten auslaufenden Zeit, einer festen Default-Zeit oder sofort mit deutlichem Lichtsprung bzw. Zeit 0 ausgeführt? Auch hier hat jeder Pulthersteller seinen eigenen Lösungsansatz wie z. B. einen separaten Speedregler, der alle Überblendbefehle die nicht die darauffolgende Stimmung beinhalten mit einer noch direkt vorher einzugebenden Zeit beaufschlagt. Insbesondere bei den Goto Szene x Befehlen kann dies zu ungewollten Lichtsprüngen statt unmerklicher sanfter Überblendung führen. Denn auch ein Überblendregister bzw. A-B-Register kann unterschiedlich aufgebaut sein.

Einmal sind es zwei separate Register, die mit einer Stimmung belegt werden. Nun kann man zwischen den beiden Stimmungen unendlich hin und her überblenden und die Schieberegler entsprechen einem Submaster des jeweiligen Registers, natürlich mit einbruchsfreier Überblendfunktion. Wenn man dann einen Goto-Befehl ausführen möchte, muss man sich überlegen, welches Register gerade frei ist, denn man schreibt die neue Stimmung direkt in das Register. Liegt eine Stimmung aus dem zu überschreibenden Register noch an, während man es neu belegt, springt das Licht. Die andere Art der Registerbehandlung ist die Aufteilung in ein aktuelles Ausgaberegister und ein Zielregister. Oft werden diese in einlaufende und auslaufende Stimmung bzw. heller werdende Kreise und dunkler werdende Kreise tituliert. Dabei ändert sich während der Überblendung ständig das ausgebende Register in seinen Werten.

Die Überblendschieberegler werden wie es die Bezeichnung hell und dunkler werdende Kreise bereits andeuten so belegt, dass der eine Schieberegler die Werte steuert, die in der nächsten Cue dunkler werden und der andere Schieberegler steuert die heller werdenden Kreise. Der Vorteil hierbei ist, dass man zu jeder Zeit auch innerhalb der angefangenen Cue in eine x-beliebige Cue mit den neuen Cue-Zeiten überblenden kann, ohne dass die Gefahr eines Lichtsprungs besteht. Denn die aktuell anstehende Cue bleibt dann als Ausgangspunkt. Eine neue Cue wird dann als Ziel-Cue geladen und mit der nächsten Cue werden deren Zeiten berücksichtigt und von dem aktuellen Stand aus dahin verfahren.

Screenshot funktionen des Playbacks
Anpassung eines Playbacks für spezielle Erfordernisse (Bild: Herbert Bernstädt)

Kritisch wird solch ein einzelnes Überblendregister mit einer einzelnen Hauptsequenzliste immer dann, wenn zwei Handlungsstränge parallel ablaufen müssen. Wie z. B. die Szenenwechsel der Akteure im Vordergrund, während im Hintergrund über 20 Minuten ein Mond aufgehen soll und die Horizontfarbe sich ändert. Würde hier ein Schauspieler in seinem Monolog zurückspringen wäre die Folge bei einer einzelnen Stimmungsliste und Playback, dass der Wechsel von Abendrot zum Nachtblau im Hintergrund sich ebenfalls umkehrt. Um dies zu umgehen, weisen deshalb bessere Lichtstellpulte mehr als nur ein Überblendregister auf, um damit zwei parallele Handlungen ausführen zu können. Dies muss nicht gleichbedeutend sein, dass man dann auch mehrere Szenenlisten verwalten kann. Vielmehr speichert man dann die parallele Handlung in derselben Szenenliste, denn es gibt dann nur die eine, mit höheren Stimmungsnummern ab, wie z. B. 9000 aufwärts.

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Play

Während man im Theater mit zwei Playbacks durchaus zufrieden ist, benötigen Musical oder das Rock’n’Roll, wie vorhin schon mit der gefilterten Programmierung angedeutet, einen deutlich davon abweichenden Aufbau. Hier benötigt man so viele Playbackregister wie möglich, jedoch müssen diese dann nicht mehr so detailverliebt auf den einzelnen Schauspieler und mit seinem Gang und Atempause, eingehen können. Hier spricht man dann oft auch von Controller, Submaster, Executor oder Submaster. Die Vielfalt der Benennung liegt auch darin begründet, dass man, um das Pult noch flexibler auf seine Bedürfnisse gestalten zu können, diese Regler auch unterschiedlich belegen kann, wenn es das Pult hergibt. So können die Regler z. B. als Master für eine Stimmungsliste fungieren oder auch zwei zusammen für eine Stimmungsliste belegt werden um dann ein echtes A-B-Faderpaar zu bilden. So können Gruppensteller eingerichtet werden wie auch Speedmaster oder Regler, die die Effektgröße beeinflussen. Und man hat jederzeit vollen Zugriff auf die eingerichteten Funktionen.

Playbackregister
Playbackregister (Bild: Herbert Bernstädt)

Aber auch hier kann es Stolpersteine bei der Auswahl von Lichtstellpulten geben. Wie geht das Lichtstellpult damit um, wenn man weiter Playbackregister auf mehreren Seiten zu den physikalisch vorhandenen Schiebereglern verteilt. Was passiert, wenn man die Seite (eng. Page) wechselt. Kann man dann direkt die neue Cue-Liste unter dem gewechselten Schieberegler starten, oder muss vorher erst der Platzhalter der alten Liste frei gemacht werden? Wenn die Fader nicht motorisch sind und man kehrt auf die alte Faderseite wieder zurück, was passiert denn bei dem mittig stehenden Fader? Springt das Licht, sobald man den Fader berührt? Oder muss man den Fader erst einmal auf null runtersetzen, um dann die Kontrolle auf der neuen Bank zu erhalten. Elegant umgangen werden kann diese Problematik, indem motorische Fader eingesetzt werden, die dann den Fader auf den aktuellen Wert der aufgerufenen Seite stellen. So verschieden wie die Menschen sind, die an Lichtstellpulten arbeiten, so verschieden sind auch die Anforderungen der jeweiligen Veranstaltung an das Lichtstellpult. Genauso reichhaltig sind heute, in der Zeit wo Speicherplatz keine Kosten verursacht und jeder Programmierer versucht, die Wünsche des Markts zu erfüllen, die Möglichkeiten, die Arbeitsweise eines Registers zu verändern.

Registersteller mit verschiedenen Aufgaben
Fader umschaltbar in der Funktion (Bild: Herbert Bernstädt)

So ist es möglich die Register im HTP- oder LTP-Mode zu betreiben. Auch ist es inzwischen möglich -Prioritätenabstufungen zwischen den Registern zu definieren, so dass auch im Licht Solofunktionen schnell einzurichten sind. Aber auch die Behandlung, ob die erste Cue gestartet wird, wenn man den Fader aus der Null-Position herausfährt, oder ob die aktuelle Cue verbleibt. Es gibt sogar Pulte, die können einfach durch Umschalten aus der Sequenzliste einen Chaser verwandeln. Aber man bedenke, je mehr man für spezielle Anwendungen die genau passende Lösung anbietet, umso größer ist Möglichkeit, dass Operater, die nicht regelmäßig an einer Konsole arbeiten können oder müssen, sich bei diesen Sonderfunktionen auch verrennen können und nur noch staunen, was das Pult nun wieder von sich gibt, obwohl man doch etwas ganz Anderes machen wollte.

Screenshot virtuelle Faderbank
Beispiele verschiedenster Registerbelegungen mit bis zu fünf möglichen Fadern für eine Wiedergabeliste (Bild: Herbert Bernstädt)

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